Warum das konkret hilft: Doppelstände bei Plänen kosten Zeit und Geld. Freigaben ohne definierten Statuswechsel enden in Nachträgen. Eine CDE löst beides, wenn sie richtig eingeführt wird.
Zwei Schritte, die Sie jetzt tun sollten:
- Pilotprojekt festlegen: Wählen Sie ein laufendes oder bevorstehendes Projekt mit überschaubarem Gewerkeumfang. Testen Sie die CDE dort, bevor Sie sie projektübergreifend ausrollen.
- BEP und EIR anpassen: Ergänzen Sie Ihren BIM-Abwicklungsplan (BEP) und die Auftraggeber-Informationsanforderungen (EIR) um konkrete CDE-Regeln: Namenskonventionen, Statusdefinitionen, Lieferfristen sowie Zugriffsrechte.
Wichtige Erkenntnisse
Eine CDE ist nur dann wirksam, wenn BEP, Metadaten und Statusworkflows vor dem ersten Upload definiert sind.
| Thema | Details |
|---|---|
| CDE als Single Source of Truth | Alle Informationscontainer werden zentral versioniert, freigegeben und archiviert nach DIN EN ISO 19650. |
| BEP und EIR anpassen | CDE-Regeln, Namenskonventionen und Lieferfristen müssen schriftlich im BEP verankert sein, bevor das Projekt startet. |
| Pilot vor Roll-out | Ein kleines, klar begrenztes Pilotprojekt mit maßgeschneiderten Schulungen ist die zuverlässigste Einführungsstrategie. |
| Metadaten technisch erzwingen | Pflichtfelder wie Systemtyp, Schaltschrankkennung und Prüfprotokoll-Link sollten technisch als Upload-Voraussetzung konfiguriert sein. |
| IET-Hamburg GmbH | Bietet BEP-Anpassung, Metadaten-Vorlagen und Pilotbegleitung für die CDE-Einführung in der Elektroplanung. |
Was ist eine CDE im Bau genau?
Die DIN EN ISO 19650 definiert die CDE als zentrale, vertrauenswürdige Informationsquelle für ein Projekt. Alle projektrelevanten Informationscontainer, also Modelle, Pläne, Berichte, Prüfprotokolle, werden dort gespeichert, versioniert, freigegeben und archiviert. BIMDeutschland betont dabei, dass offene Formate wie IFC, BCF und COBie technisch zwingend sind, damit die Plattform nicht zum Datengrab wird.
Was eine CDE von einem gewöhnlichen Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder einem Fileshare unterscheidet: der strukturierte Statusworkflow. Jeder Informationscontainer durchläuft definierte Stufen, bevor er als verbindlich gilt. Ein Fileshare kennt keine Statuslogik. Er weiß nicht, ob ein Plan geprüft wurde oder noch im Entwurf steckt.
Konkretes Szenario: Ein Elektroplaner aktualisiert den Grundriss der Unterverteilung UV-EG-01. Er speichert die neue Version im Bereich „In Bearbeitung“ (WIP). Nach interner Qualitätsprüfung verschiebt er sie nach „Geteilt“ (Shared) für die Koordinationsrunde mit dem Architekten. Erst nach Freigabe durch den BIM-Koordinator wechselt der Status auf „Veröffentlicht“ (Published). Alle anderen Gewerke sehen ab diesem Moment die neue Version als verbindlich. Die alte Version wandert ins Archiv, bleibt aber nachvollziehbar.

Das ist der Kernunterschied zu einem Laufwerk: Nachvollziehbarkeit, Statusklarheit und ein lückenloser Audit-Trail.
Welche Komponenten braucht eine CDE?
Eine CDE ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Funktionsset. Die DIN SPEC 91391 beschreibt funktionale Mindestanforderungen und nennt Modulgruppen, die eine Plattform abdecken muss, darunter 209 Pflichtkriterien für eine normkonforme Umsetzung.
Die Kernmodule im Überblick:
- Dokumentenmanagement (DMS): Versionierung, Metadaten, Zugriffssteuerung, Ablagestruktur nach Projektnummern und Gewerken.
- Modellverwaltung: IFC-Import und -Export, Viewer für 3D-Modelle, Clash-Detection-Anbindung, BCF-Handling für Issues.
- Aufgaben- und Issue-Management: Verknüpfung von Mängeln oder Koordinationsfragen direkt mit Modellobjekten oder Dokumenten.
- Rollen- und Berechtigungsmanagement (ACL): Wer darf lesen, hochladen, freigeben? Least-Privilege-Prinzip als Standard.
- Audit-Trail: Jede Aktion, jeder Statuswechsel, jede Freigabe wird protokolliert und ist unveränderlich nachvollziehbar.
- Schnittstellen: APIs, Konnektoren zu CAFM, ERP, Autorensoftware (Revit, AutoCAD, Plancal nova).
Zur Architektur: Cloud-SaaS-Lösungen wie Autodesk Construction Cloud oder Trimble Connect sind schnell einzuführen, aber die Datenresidenz liegt beim Anbieter. Wer DSGVO-Konformität mit Serverstandort Deutschland braucht, prüft gehostete Plattformen oder Hybridmodelle. Bimplus und Capmo bieten ebenfalls CDE-Funktionen mit unterschiedlichem Fokus: Bimplus stärker auf Open-BIM und IFC-Workflows, Capmo auf Baustellendokumentation und mobile Nutzung.
Profi-Tipp: Elektroplaner sollten beim Lastenheft besonders auf drei Punkte achten: erstens flexible Metadatenfelder für Systemtyp, Nennspannung und Schaltschrankkennung; zweitens nativen IFC- und BCF-Export ohne Konvertierungsumweg; drittens eine API, über die Prüfprotokolle automatisiert aus der Prüfsoftware ins CDE übertragen werden können.
Was bedeuten die vier Informationsstatus nach ISO 19650?
Die Statuslogik ist das Herzstück jeder CDE. Ohne sie ist die Plattform nur ein teures Laufwerk.
| Status | Bedeutung | Typische Prüfung vor Wechsel |
|---|---|---|
| WIP (In Bearbeitung) | Nur für den Ersteller sichtbar; Entwurfsstand, noch nicht koordiniert | Interne Qualitätsprüfung durch Fachplaner |
| Shared (Geteilt) | Für definierte Projektbeteiligte freigegeben; Koordinationsrunde läuft | Clash-Check, Vollständigkeitsprüfung, Metadaten korrekt? |
| Published (Veröffentlicht) | Verbindlicher, freigegebener Stand für alle Beteiligten | Formale Freigabe durch BIM-Koordinator oder Auftraggeber |
| Archived (Archiv) | Abgelöste oder abgeschlossene Versionen; unveränderlich gespeichert | Automatisch bei Statuswechsel auf Published |
Häufige Fehler in der Praxis: Modelle landen direkt im Shared-Bereich, ohne dass Metadaten vollständig sind. Oder ein Elektroplaner veröffentlicht einen Plan, obwohl der Clash-Check noch aussteht. Beides führt zu Koordinationsfehlern, die auf der Baustelle teuer werden. Ein klares Quality Gate vor jedem Statuswechsel, dokumentiert im BEP, verhindert das.
Wer prüft was? Der Fachplaner prüft intern vor dem Wechsel auf Shared. Der BIM-Koordinator prüft Vollständigkeit und Koordination vor dem Wechsel auf Published. Fristen für Prüfungen gehören in den BEP; in der Praxis sind für Prüfschritte üblicherweise einige Werktage vorgesehen.
Welche Vorteile bringt eine CDE für Bauprojekte?
Der TGA-Fachplaner beschreibt CDE als revisionssichere Plattform, die Metadaten, Workflows und Schnittstellen braucht, und betont Normkonformität und Benutzerakzeptanz als Erfolgsfaktoren. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile sind konkret:
- Weniger RFIs und Nachträge: Wenn alle Beteiligten denselben, freigegebenen Planstand sehen, sinkt die Zahl der Rückfragen und Missverständnisse auf der Baustelle spürbar.
- Schnellere Freigaben: Standardisierte Workflows ersetzen E-Mail-Ketten. Ein Statuswechsel mit Benachrichtigung ist schneller als drei Abstimmungsrunden.
- Versionssicherheit: Kein Gewerk arbeitet mehr auf einem veralteten Plan, weil die CDE immer den aktuellen Published-Stand zeigt.
- Lebenszyklusnutzen: Die im Projekt gepflegten Daten, Schaltpläne, Prüfprotokolle, Asset-Informationen, gehen strukturiert an das Facility Management über. COBie-Exporte machen das möglich, ohne manuelle Nacharbeit.
- Nachvollziehbarkeit für Abnahmen: Der Audit-Trail dokumentiert, wer wann was freigegeben hat. Das ist bei Abnahmen nach Leistungsphase 8 kein nettes Extra, sondern handfeste Absicherung.
Für die Koordination mit anderen Gewerken ist die CDE das zentrale Werkzeug: BCF-Issues verknüpfen Koordinationsprobleme direkt mit dem Modell, statt sie in losen E-Mails zu vergraben.
Worauf kommt es bei der Auswahl einer CDE-Plattform an?
Plattformen gibt es viele. Die Frage ist, welche zu Ihrem Projekttyp, Ihrer IT-Infrastruktur und Ihren Normanforderungen passt. Autodesk Construction Cloud, Trimble Connect, Bimplus und Capmo decken unterschiedliche Schwerpunkte ab. Kein Tool ist für jeden Kontext gleich gut.
Technische Auswahlkriterien:
- Interoperabilität: Nativer IFC-Import und -Export (IFC 2×3 und IFC 4), BCF-Unterstützung für Issues, COBie-Export für Asset-Handover. buildingSMART setzt hier den Standard für Open-BIM.
- Performance bei großen Modellen: Kann die Plattform ein kombiniertes Gesamtmodell mit mehreren hundert Megabyte flüssig rendern? Testen Sie das im Proof of Concept.
- Metadaten-Flexibilität: Können Sie projektspezifische Felder anlegen? Für die Elektroplanung brauchen Sie Felder wie Systemtyp, Nennspannung, Schaltschrankkennung, Prüfprotokoll-Link.
- Berechtigungsmodell: Granulare Zugriffssteuerung auf Ordner-, Dokument- und Feldebene. Subunternehmer dürfen nicht alles sehen.
- Audit-Logging: Unveränderliches Protokoll aller Aktionen, exportierbar für Nachweise.
- Backup und Archivierung: Welche SLA gilt für Wiederherstellung? Wo liegen die Daten? Serverstandort Deutschland für DSGVO-Konformität?
Testfragen für die Demo: Wie lange dauert der IFC-Import eines 200-MB-Modells? Wie sucht man nach einem Informationscontainer anhand von Metadaten? Gibt es API-Limits, die automatisierte Exporte blockieren?
Wie führen Sie eine CDE ein? Schritte, Rollen und Governance
Eine CDE einzuführen ist kein IT-Projekt. Es ist ein Organisationsprojekt mit IT-Anteil. Wer das verwechselt, scheitert an der Benutzerakzeptanz, nicht an der Technik.
- Anforderungsanalyse: Welche Gewerke, welche Projektphasen, welche Schnittstellen zu CAFM oder ERP? Stakeholder frühzeitig einbinden, Schmerzpunkte aus laufenden Projekten dokumentieren.
- Lastenheft erstellen: Funktionale Anforderungen auf Basis der DIN SPEC 91391 formulieren. Pflicht- und Optionalkriterien trennen. Ausschreibungsreife Dokumente erstellen.
- Pilotprojekt starten: Scope eng halten. Ein Gewerk, eine Projektphase, ein klar definiertes Ziel. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass ein kleines, klar begrenztes Pilotprojekt mit maßgeschneiderten Schulungen die Grundlage für einen erfolgreichen Roll-out bildet.
- Rollen und Governance definieren: BIM-Manager verantwortet die Plattformkonfiguration. CDE-Admin verwaltet Benutzer und Berechtigungen. Lieferanten (Fachplaner, Subunternehmer) kennen ihre Pflichten aus dem BEP.
- BEP und EIR anpassen: Namenskonventionen, Statusdefinitionen, Lieferfristen, Prüfverantwortlichkeiten schriftlich festhalten. Ohne das bleibt die CDE ein leeres Werkzeug.
- Roll-out und Schulung: Gewerkeweise einführen. Schulungen auf Rollen zuschneiden: Was braucht ein Elektroplaner? Was braucht der Bauleiter? Was braucht der Auftraggeber?
- Betrieb und Optimierung: Regelmäßige Audits der Plattformnutzung. Werden Metadaten korrekt befüllt? Werden Statuswechsel eingehalten? Anpassungen dokumentieren.
Für das Terminmanagement im Bauprojekt gilt: Lieferfristen für CDE-Deliverables gehören in den Gesamtterminplan, nicht in eine separate Tabelle, die niemand pflegt.
RACI-Kurzübersicht: Modelllieferung: Fachplaner verantwortlich ®, BIM-Koordinator prüft (A), Auftraggeber informiert (I). Freigabe Published: BIM-Koordinator verantwortlich ®, Auftraggeber genehmigt (A).
Wie funktioniert Interoperabilität mit IFC, BCF und COBie?
Offene Formate sind kein Nice-to-have. Sie verhindern Vendor-Lock-in und sichern die Nutzbarkeit der Daten über den Projektabschluss hinaus, wie buildingSMART als treibende Organisation hinter Open-BIM betont.
Die drei wichtigsten Formate im Überblick: IFC überträgt Geometrie und Attribute zwischen Autorensoftware und CDE, unabhängig vom Hersteller. BCF (BIM Collaboration Format) verknüpft Issues direkt mit Modellobjekten, ohne das Modell selbst zu verändern. COBie strukturiert Asset-Informationen für die Übergabe an das Facility Management.
Vor der Plattformauswahl sollten Sie technisch prüfen: Validiert die CDE IFC-Dateien beim Import automatisch? Werden Attribute korrekt gemappt, oder gehen Felder verloren? Gibt es automatisierte COBie-Exporte, oder muss jemand manuell exportieren?
Connector-Strategie versus API: Fertige Konnektoren (z. B. Revit-Plugin für Autodesk Construction Cloud) sind schnell eingerichtet, aber abhängig von Anbieter-Updates. Eine REST-API ist stabiler langfristig, erfordert aber Entwicklungsaufwand. Für die Integration von Prüfsoftware oder ERP-Systemen ist die API meist die bessere Wahl. Bei der Nachkalkulation im Handwerk zeigt sich, wie wertvoll eine saubere Datenweitergabe aus dem CDE an betriebswirtschaftliche Systeme sein kann.
Typische Stolperfallen: IFC-Dateien mit falschen Koordinatensystemen, die Clash-Detection unbrauchbar machen. BCF-Issues, die nicht mit dem richtigen Modell-GUID verknüpft sind. COBie-Exporte, die Pflichtfelder leer lassen, weil die Autorensoftware sie nicht befüllt hat.

Welche Risiken und Compliance-Anforderungen müssen Sie beachten?
Datensicherheit und DSGVO sind bei CDE-Projekten keine Randthemen. Sie gehören in die Ausschreibung.
Zugriffsrechte: Least-Privilege-Prinzip konsequent umsetzen. Subunternehmer erhalten nur Zugriff auf die Ordner und Dokumente, die sie für ihre Leistung brauchen. Multi-Factor Authentication (MFA) für alle Nutzer ist Pflicht, kein Komfort.
Backup und Restore: Welche SLA gilt? Wie lange dauert die Wiederherstellung eines gelöschten Informationscontainers? Aufbewahrungsfristen für Baudokumentation betragen in Deutschland je nach Vertragstyp 5–10 Jahre. Die CDE muss das abbilden können.
Datenresidenz: Wo liegen die Server? Für öffentliche Auftraggeber und DSGVO-sensible Projekte ist ein Serverstandort in der EU, besser in Deutschland, oft Pflicht. Das muss vertraglich fixiert sein, nicht nur im Marketingmaterial des Anbieters stehen.
DSGVO-Prüfpunkte: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Plattformanbieter abschließen. Löschkonzept für personenbezogene Daten (z. B. Nutzernamen im Audit-Trail) dokumentieren. Nachweis der Rechtmäßigkeit der Verarbeitung sicherstellen.
Checkliste für Elektrofachplaner: Was gehört in die CDE?
Konkret für die Elektroplanung. Kein Allgemeinwissen, sondern das, was Sie auf dem nächsten Projekt direkt anwenden können. Für strukturierte Bauprozessoptimierung in der Elektrotechnik ist eine saubere CDE-Befüllung die Grundlage.
Metadatenfelder, die Elektroplaner befüllen müssen:
- Systemtyp (z. B. Starkstrom, Schwachstrom, Brandmeldeanlage)
- Nennspannung und Nennstrom
- Schaltschrankkennung (z. B. UV-EG-01)
- Revisionsnummer und Revisionsdatum
- Prüfprotokoll-Link (Verweis auf das zugehörige Prüfdokument im CDE)
- Zuständiger Fachplaner und Prüfer
Welche Dateien Elektroplaner liefern und in welchem Status:
- Stromlaufpläne und Grundrisspläne: WIP intern, Shared für Koordination, Published nach Freigabe
- IFC-Modell der Elektroinstallation: Published vor jeder Koordinationsrunde
- Prüfprotokolle (z. B. Isolationsmessung, Schutzleiterprüfung): Published nach Abnahme, Archiv nach Projektabschluss
- Schaltschrankdokumentation: Published spätestens zur Übergabe an den Betrieb
BCF-Issues und Koordination: Wenn der Architekt die Deckenhöhe ändert und damit die Leitungsführung der Unterverteilung UV-OG-02 kollidiert, erstellt der BIM-Koordinator ein BCF-Issue direkt am betroffenen Modellobjekt. Der Elektroplaner erhält eine Benachrichtigung, prüft die Kollision, passt die Trassenführung an und schließt das Issue mit Verweis auf die neue Modellversion. Dieser Workflow ersetzt drei E-Mails und ein Telefonat.
Kurzfristige Planänderungen auf der Baustelle: Änderungen, die auf der Baustelle entstehen, müssen sofort als WIP-Version hochgeladen werden, auch wenn die Zeichnung noch nicht fertig ist. Besser ein unvollständiger Hinweis im CDE als ein mündlicher Auftrag ohne Dokumentation.
Welche Normen gelten für CDE im Bauwesen?
Drei Normen sind für die CDE-Einführung zentral. Keine davon ist optional, wenn Sie öffentliche Aufträge oder BIM-Projekte bearbeiten.
DIN EN ISO 19650 regelt das Informationsmanagement mit BIM über den gesamten Lebenszyklus. Teil 1 beschreibt Konzepte und Grundsätze, Teil 2 die Lieferphase. Die Norm benennt Statusstufen, EIR und BEP als Steuerinstrumente und ist die Grundlage für jeden BIM-Vertrag. Erhältlich beim Beuth Verlag und über DIN-Portale.
DIN SPEC 91391 beschreibt funktionale Mindestanforderungen an CDEs und empfiehlt ein Schnittstellenkonzept für verlustfreien Datenaustausch zwischen Plattformen. Sie ist die praktische Ausschreibungsgrundlage: Wer eine CDE beschaffen will, nutzt die Pflichtkriterien der Norm als Checkliste. Verfügbar über das Beuth-Portal.
VDI 2552 Blatt 5 behandelt BIM-Anwendungsfälle und gibt Hinweise zur Informationslieferung, die direkt auf CDE-Workflows einzahlen. Für Elektroplaner relevant, weil Anwendungsfälle wie „Koordination TGA“ und „As-built-Dokumentation“ dort beschrieben sind.
Weitere Quellen: Der BIM-Leitfaden der DEGES beschreibt die CDE als Single Source of Truth und gibt Hinweise zu Rollen, BIM-Abwicklungsplan und Übergaben an den Betrieb. Für öffentliche Infrastrukturprojekte ist er Pflichtlektüre. Das BMWSB veröffentlicht staatliche Digitalisierungsinitiativen, die den Rahmen für Normkonformität und offene Standards setzen.
Wie wir CDE in der Elektroplanung einsetzen
Wer eine CDE einführt, unterschätzt meistens eines: den Aufwand für die Metadatenpflege. Nicht die Technik ist das Problem. Sondern die Disziplin, jeden Informationscontainer vollständig und korrekt zu befüllen, auch unter Termindruck auf der Baustelle.
Aus unserer Arbeit bei IET-Hamburg GmbH kennen wir das Szenario: Ein Projekt startet mit sauber definierten Metadatenfeldern im BEP. Nicht weil die Planer es nicht wissen, sondern weil kein automatisiertes Pflichtfeld-Checking eingerichtet wurde.
Unser Minimalset für die Einführung: Pflichtfelder im CDE technisch erzwingen (Upload ohne vollständige Metadaten schlägt fehl), BCF-Issues als Standard für alle Koordinationsfragen einführen, und den ersten Statuswechsel auf Shared an eine automatische Benachrichtigung koppeln. Das klingt trivial. Aber es verändert die Arbeitsweise eines Teams innerhalb von zwei Wochen.
Kritischer Punkt: Viele Projekte kaufen eine CDE-Lizenz und nennen das „BIM-Einführung“. Das ist kein BIM. Eine Plattform ohne angepassten BEP, ohne Schulung und ohne Governance ist teurer Speicherplatz. Wir sehen das regelmäßig bei Projekten, die zu uns kommen, nachdem der erste Anlauf gescheitert ist.
Wann lohnt sich ein externer CDE-Berater? Wenn das eigene Team keine BIM-Erfahrung hat und das Projekt eine Laufzeit von mehr als 18 Monaten hat, rechnet sich externe Begleitung für die Einführungsphase. Bei kleineren Projekten reicht oft ein strukturierter Workshop mit klaren Deliverables: BEP-Anpassung, Metadaten-Vorlage, Pilotbegleitung für vier Wochen.
IET-Hamburg GmbH unterstützt Sie bei der CDE-Einführung
Wer eine CDE einführen will, braucht mehr als eine Softwarelizenz. Er braucht einen BEP, der zur Plattform passt, Metadaten-Vorlagen für die Elektroplanung und jemanden, der den Piloten begleitet, bis die Workflows sitzen.

IET-Hamburg GmbH bietet genau das: Wir analysieren Ihre Anforderungen, formulieren das Lastenheft auf Basis der DIN SPEC 91391, begleiten den Piloten für zwei Tage vor Ort und liefern ein fertiges BEP-Anpassungspaket inklusive Metadaten-Vorlage für die Elektroplanung. Kein generisches Beratungsprodukt, sondern ein auf Ihre Projektstruktur zugeschnittenes Paket. Unsere Fachplanung Elektrotechnik deckt alle HOAI-Leistungsphasen ab, von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung, und integriert CDE-Workflows von Anfang an.
Sprechen Sie uns an: Kontakt aufnehmen und schildern Sie Ihr Projekt. Wir klären in einem ersten Gespräch, welches Paket zu Ihrem Vorhaben passt.
Quellen
Für Ausschreibungsunterlagen, Normsätze und Praxisleitfäden:
- DIN SPEC 91391-1: Gemeinsame Datenumgebungen (CDE) — Module und Funktionssets
- Common Data Environment
- Common Data Environment – Mit CDE richtig strukturieren – besser planen, bauen und betreiben
FAQ
Was versteht man unter einer CDE im Bauwesen?
Eine CDE (Common Data Environment) ist die zentrale, revisionssichere Informationsplattform für ein Bauprojekt, in der alle Modelle, Pläne und Dokumente versioniert, freigegeben und archiviert werden. Die DIN EN ISO 19650 definiert sie als Single Source of Truth für das Informationsmanagement mit BIM.
Was ist der Unterschied zwischen einer CDE und einem normalen DMS?
Ein DMS verwaltet Dokumente, kennt aber keine Statuslogik für Bauprojekte. Eine CDE bildet den vollständigen Workflow von WIP über Shared bis Published ab, erzwingt Metadaten und protokolliert jeden Statuswechsel im Audit-Trail.
Welche Norm regelt CDEs in Deutschland?
Die DIN EN ISO 19650 regelt das Informationsmanagement mit BIM und beschreibt Statusstufen sowie BEP und EIR als Steuerinstrumente. Die DIN SPEC 91391 ergänzt mit funktionalen Mindestanforderungen und einem Schnittstellenkonzept für den verlustfreien Datenaustausch zwischen Plattformen.
Was ist ein CDE-System im Projektmanagement?
Ein CDE-System ist die technische Plattform, die alle projektrelevanten Informationscontainer zentral speichert, Zugriffsrechte steuert, Statusworkflows abbildet und einen lückenlosen Audit-Trail führt. Typische Systeme sind Autodesk Construction Cloud, Trimble Connect, Bimplus und Capmo.
Wie starte ich mit einer CDE in meinem Projekt?
Definieren Sie zuerst ein Pilotprojekt mit engem Scope, passen Sie BEP und EIR um CDE-Regeln an und legen Sie Metadatenfelder sowie Namenskonventionen fest, bevor der erste Upload erfolgt. Schulungen für alle beteiligten Rollen sollten vor dem Go-live abgeschlossen sein.