IET-Hamburg GmbH zeigt in der täglichen Praxis, dass strukturierte Planung und klare Kommunikation zwischen Architekten, Generalplanern und Handwerkern den Unterschied zwischen einem reibungslosen Projekt und einem kostspieligen Chaos ausmachen.
Was bedeuten die HOAI-Leistungsphasen für den Elektroplaner in der Gebäudetechnik?
Die HOAI gliedert die Planungsleistung in neun Phasen, und für Fachplaner der Technischen Ausrüstung, also auch für den Planer Elektrotechnik, gelten dieselben Grundprinzipien wie für Architekten: anrechenbare Kosten, Honorarzone und beauftragte Phasen bestimmen die Vergütung. Das ist kein bürokratisches Detail, sondern die Grundlage jeder Honorarverhandlung.
Die Gewichtung der einzelnen Phasen zeigt, wo der eigentliche Arbeitsaufwand liegt. Prozentuale Anteile je Phase verteilen sich wie folgt:
| Leistungsphase | Bezeichnung | Anteil an Gesamtleistung |
|---|---|---|
| LPH 1 | Grundlagenermittlung | 2 % |
| LPH 2 | Vorplanung | 7 % |
| LPH 3 | Entwurfsplanung | 15 % |
| LPH 4 | Genehmigungsplanung | 3 % |
| LPH 5 | Ausführungsplanung | 25 % |
| LPH 6 | Vorbereitung der Vergabe | 10 % |
| LPH 7 | Mitwirkung bei der Vergabe | 4 % |
| LPH 8 | Objektüberwachung | 32 % |
| LPH 9 | Objektbetreuung | 2 % |

Die Ausführungsplanung in LPH 5 und die Objektüberwachung in LPH 8 machen zusammen 57 % der Gesamtleistung aus. Das erklärt, warum Fehler in frühen Phasen so teuer werden: Sie landen als Nacharbeit genau dort, wo der Aufwand ohnehin am größten ist.
In der Praxis bedeutet LPH 3 für den Elektroplaner konkret: Schaltkreiseinteilung, Verteilerkonzept, Leitungsführung und erste Abstimmung mit dem Brandschutzplaner. Die Entwurfsplanung ist der Moment, in dem Entscheidungen noch günstig korrigierbar sind. Wer hier spart, zahlt später in LPH 8 drauf.
Profi-Tipp: Klären Sie in LPH 2 bereits, ob Smart-Home-Technik oder Photovoltaik geplant ist. Wer das erst in LPH 5 erfährt, muss Konzepte aufwendig überarbeiten und riskiert Terminverzug.
Welche Rolle spielt BIM in der Elektroplanung von Gebäuden?
Building Information Modeling, kurz BIM, ist kein Softwareprodukt, sondern ein digitaler Planungsprozess, bei dem alle Beteiligten an einem gemeinsamen Gebäudemodell arbeiten. BIM ist seit 2020 bei öffentlichen Bundesbauten verpflichtend und wird gemäß Stufenplan bis 2027 weiter ausgebaut. In Berlin gilt BIM bereits ab 10 Mio. € Bauvolumen für Landesbaumaßnahmen als Standard.

Der verbindliche Rahmen ist die DIN EN ISO 19650 als internationaler Standard für das Informationsmanagement im Bauwesen. Praktisch bedeutet das: Alle Fachmodelle, also Architektur, Tragwerk und Elektrotechnik, werden im IFC-Format ausgetauscht. Open BIM stellt sicher, dass keine proprietäre Software zum Engpass wird.
Für den Elektroplaner bringt BIM konkrete Vorteile:
- Kollisionsprüfung zwischen Kabeltrassen und Lüftungskanälen bereits im Modell, nicht erst auf der Baustelle
- Automatisierte Mengenermittlung aus dem Modell reduziert Fehler in der Ausschreibung
- Alle Planänderungen sind für Architekten, Generalplaner und Handwerker sofort sichtbar
- Dokumentation und Revisionsunterlagen entstehen parallel zum Planungsprozess
BIM-Projekte sparen im Schnitt 15–20 % bei Kostenüberschreitungen und 7–10 % bei Bauzeiten. Diese Zahlen klingen gut, aber sie gelten nur, wenn BIM konsequent umgesetzt wird.
Denn die reine Softwareanschaffung reicht nicht. Ohne BIM-Fachkoordinatoren und strukturierte Modellprüfung bleibt BIM eine teure Dateisammlung. Das BCF-Format für digitales Issue-Management ist dabei der Standard, mit dem Planungsfehler im Modell direkt kommentiert und nachverfolgt werden. Wer das nicht einsetzt, verliert den zentralen Effizienzgewinn.
Profi-Tipp: Definieren Sie im BIM-Abwicklungsplan von Anfang an, welche Detailtiefe (LOD) für das Elektromodell in welcher Phase erwartet wird. Ohne diese Festlegung entstehen Missverständnisse, die später zu Mehraufwand führen.
Wie plant man flexible Elektroinstallationen für die Zukunft?
Flexible Systeme verhindern teure Nachrüstungen. Das ist der entscheidende Satz für jeden Planer, der heute ein Gebäude für eine Nutzungsdauer von 30 oder 40 Jahren konzipiert. Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und Smart-Home-Systeme sind keine Optionen mehr, sie sind Planungsrealität.
Konkret heißt das: Leerrohre in ausreichendem Querschnitt einplanen, auch wenn heute noch keine Leitung darin liegt. Verteiler mit Reserveplätzen dimensionieren. Netzwerkinfrastruktur so anlegen, dass spätere Erweiterungen ohne Stemmarbeiten möglich sind. Das klingt selbstverständlich, wird aber in der Praxis regelmäßig vernachlässigt, weil der Bauherr kurzfristig Kosten sparen will.
Eine strukturierte Vorgehensweise für zukunftssichere Planung umfasst folgende Schritte:
- Bedarfsanalyse mit Weitblick: Nutzungsszenarien für 10 und 20 Jahre durchspielen, nicht nur den aktuellen Bedarf abbilden.
- Modulare Verteilerkonzepte: Unterverteiler so aufteilen, dass einzelne Bereiche unabhängig erweitert oder umgebaut werden können.
- Leerrohrnetz systematisch planen: Mindestens 30 % Reservekapazität in Kabeltrassen und Rohrsystemen einrechnen.
- Ladeinfrastruktur vordenken: Zuleitungen für Wallboxen bereits im Rohbau legen, auch wenn die Ladepunkte erst später installiert werden.
- Smart-Home-Bussysteme früh festlegen: KNX oder andere Bussysteme erfordern eigene Leitungsführung, die nachträglich kaum integrierbar ist.
- Photovoltaik-Anschluss vorbereiten: Einspeisepunkt, Wechselrichterstandort und Zählerplatz von Anfang an berücksichtigen.
Profi-Tipp: Sprechen Sie in LPH 1 direkt mit dem Nutzer oder Betreiber des Gebäudes, nicht nur mit dem Bauherrn. Nutzungsgewohnheiten und geplante Ausstattung entscheiden darüber, ob Ihre Planung in fünf Jahren noch passt.
Welche typischen Fehler kosten Elektroplaner Zeit und Geld?
Fehlende Abstimmung mit der Möbelplanung ist einer der häufigsten Planungsfehler überhaupt. Steckdosen hinter Einbauschränken, Lichtschalter, die durch Türen verdeckt werden, Datenanschlüsse an der falschen Wand: Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Ursachen für Nacharbeiten, die Bauzeit und Budget belasten.
Weitere typische Fehler, die sich in der Praxis immer wieder zeigen:
- Zu wenige Steckdosen: Besonders in Küchen, Büros und Technikräumen wird der tatsächliche Bedarf systematisch unterschätzt. Nachträgliche Unterputzdosen kosten ein Vielfaches der ursprünglichen Installation.
- Späte Entscheidungen zur Smart-Home-Technik: Wer erst in LPH 6 entscheidet, ob ein KNX-System eingebaut wird, zwingt den Planer zur vollständigen Überarbeitung der Leitungsführung.
- Fehlende Leerrohre: Ohne Leerrohre ist jede nachträgliche Kabelergänzung mit Stemmarbeiten verbunden. Das ist vermeidbar.
- Unzureichende Dimensionierung der Hauptverteilung: Wer den Zählerplatz zu knapp plant, hat bei der ersten Erweiterung ein Problem.
- Keine Abstimmung mit dem Innenausbau: Abgehängte Decken, Trockenbauwände und Bodenaufbauten verändern Leitungswege erheblich. Wer das nicht koordiniert, plant an der Realität vorbei.
Die Wurzel vieler dieser Fehler liegt in einer unzureichenden Grundlagenermittlung in LPH 1. Wer dort spart oder die Phase zu schnell abschließt, schafft Unsicherheiten, die sich durch alle folgenden Phasen ziehen. Mangelnde Investition in LPH 1 führt häufig zu Aufwänden in der Objektüberwachung, also genau dort, wo mit 32 % der größte Honoraranteil liegt.
Für Hamburger Projekte kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die enge Abstimmung mit Behörden, Denkmalschutz und oft komplexen Bestandsgebäuden erfordert besonders sorgfältige Vorabklärungen. Wer das unterschätzt, erlebt Überraschungen in der Genehmigungsphase. Auch die Objektüberwachung profitiert direkt von einer sauberen Vorarbeit: Klare Ausführungspläne reduzieren Rückfragen auf der Baustelle erheblich.
Zur Objektbetreuung nach Abschluss gehört auch die Prüfung, ob alle geplanten Systeme tatsächlich wie vorgesehen funktionieren. Das ist kein Luxus, sondern Teil einer vollständigen Planungsleistung.
Elektroplanung in der Gebäudetechnik gelingt nur, wenn HOAI-Struktur, BIM-Prozesse und vorausschauende Flexibilitätsplanung von Anfang an zusammengedacht werden.
| Thema | Details |
|---|---|
| HOAI-Gewichtung verstehen | LPH 5 und LPH 8 machen 57 % der Gesamtleistung aus; Fehler aus frühen Phasen landen hier als Mehraufwand. |
| Grundlagenermittlung ernst nehmen | Eine sorgfältige LPH 1 verhindert Nachträge und sichert die Kostenstabilität über alle Phasen. |
| BIM mit Prozessrollen einführen | BIM-Fachkoordinatoren und BCF-Issue-Management sind Voraussetzung für echte Effizienzgewinne. |
| Flexibilität von Anfang an einplanen | Leerrohre, Reservekapazitäten und modulare Verteiler verhindern teure Nachrüstungen. |
| Abstimmung mit anderen Gewerken | Fehlende Koordination mit Möbelplanung und Innenausbau ist eine der häufigsten Ursachen für Bauverzögerungen. |
Warum die Grundlagenermittlung alles verändert
Ich habe in meiner Arbeit als Elektroplaner in der Gebäudetechnik eines gelernt: Die meisten Probleme auf der Baustelle haben ihren Ursprung nicht in der Ausführung, sondern in einem Gespräch, das in LPH 1 nicht stattgefunden hat.
Viele Fachplaner behandeln die Grundlagenermittlung als Formalie. Zwei Prozent Honoraranteil, schnell abgehakt. Aber genau dort entscheidet sich, ob ein Projekt später reibungslos läuft oder ob man sich durch LPH 8 kämpft. Ich nehme mir für LPH 1 bewusst mehr Zeit, als der Honoraranteil nahelegt. Ein Gespräch mit dem künftigen Nutzer, eine Begehung des Bestandsgebäudes, eine ehrliche Diskussion über Budget und Wünsche: Das kostet eine halbe Stunde und spart Wochen.
BIM ist ein weiteres Thema, bei dem ich eine klare Position habe. Die Technologie ist gut. Aber ich sehe regelmäßig Büros, die BIM eingeführt haben, ohne die Prozesse dahinter zu klären. Das Ergebnis ist ein aufwendig gepflegtes Modell, das niemand wirklich nutzt. BIM funktioniert nur, wenn alle Beteiligten wissen, wer welche Daten wann liefert und wer die Modellqualität prüft.
Und noch etwas: In Hamburg gibt es eine Besonderheit, die ich immer wieder erlebe. Bestandsgebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren haben oft eine Elektroinstallation, die auf dem Papier funktioniert, aber in der Realität keine Reserven mehr hat. Wer dort plant, ohne eine gründliche Bestandsaufnahme zu machen, plant ins Blaue. Das ist kein Hamburger Spezifikum, aber die Dichte solcher Gebäude in der Stadt macht es zu einem echten Thema.
Kommunikation ist am Ende das, was Projekte rettet oder scheitern lässt. Nicht die beste Software, nicht der vollständigste Leistungsverzeichnis-Entwurf. Ein Elektroplaner, der klar kommuniziert, Probleme früh anspricht und Entscheidungen transparent dokumentiert, ist für jeden Generalplaner und jeden Architekten ein verlässlicher Partner.
IET-Hamburg GmbH: Elektroplanung mit Struktur und Fachkenntnis
Wer in Hamburg ein Bauprojekt plant und einen erfahrenen Partner für die elektrotechnische Planung sucht, findet bei IET-Hamburg GmbH einen Ansprechpartner, der alle HOAI-Leistungsphasen abdeckt.

Von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung begleitet IET-Hamburg GmbH Projekte mit klarer Struktur und transparenter Kommunikation. BIM-Beratung, Ausführungsplanung und Koordination mit Architekten und Handwerkern gehören zum Leistungsumfang. Das Planungsbüro für Elektrotechnik in Hamburg steht für verlässliche Ergebnisse im Budget und im Zeitplan. Sprechen Sie uns an.
FAQ
Was macht ein Elektroplaner in der Gebäudetechnik?
Ein Elektroplaner in der Gebäudetechnik entwickelt und koordiniert alle elektrotechnischen Systeme eines Gebäudes, von der Energieversorgung über Beleuchtung und Sicherheitstechnik bis zur Kommunikationsinfrastruktur. Die Arbeit folgt den HOAI-Leistungsphasen 1 bis 9 und erfordert enge Abstimmung mit Architekten, Tragwerksplanern und ausführenden Handwerkern.
Wann ist BIM in der Elektroplanung verpflichtend?
BIM ist seit 2020 bei öffentlichen Bundesbauten verpflichtend und gilt in Berlin ab einem Bauvolumen von 10 Mio. € für Landesbaumaßnahmen als Standard. Der Stufenplan des Bundes sieht eine weitere Ausweitung bis 2027 vor.
Welche HOAI-Phase hat den größten Honoraranteil für Elektroplaner?
Die Objektüberwachung in LPH 8 hat mit 32 % den größten Anteil an der Gesamtleistung. Die Ausführungsplanung in LPH 5 folgt mit 25 %, was zusammen mehr als die Hälfte des gesamten Honorars ausmacht.
Warum sind Leerrohre in der Elektroplanung so wichtig?
Leerrohre ermöglichen nachträgliche Kabelergänzungen ohne Stemmarbeiten und sichern die langfristige Flexibilität der Elektroinstallation. Ohne ausreichende Leerrohre werden spätere Erweiterungen für Photovoltaik, Ladeinfrastruktur oder Smart-Home-Systeme unverhältnismäßig teuer.
Was kostet Elektroplanung für ein Gebäude in Hamburg?
Die Honorarhöhe richtet sich nach den anrechenbaren Kosten, der Honorarzone und den beauftragten Leistungsphasen gemäß HOAI. Weiterführende Informationen zu Elektroplanungskosten finden Sie auf der Website von IET-Hamburg GmbH.