Das ist keine Stilfrage, sondern gesetzliche Vorgabe nach VOB/A §7. Drei Dinge prüfen wir bei jeder Ausschreibung zuerst:
- Eindeutigkeit: Lässt die Beschreibung Interpretation zu, oder ist sie dicht?
- Format: Leistungsverzeichnis (klassisch, mit Mengen) oder Leistungsprogramm (funktional, mit offenen Mengen)?
- Schnittstellen: Sind Übergabepunkte, Bewertungskriterien und Nachweise klar benannt?
Fehlt einer dieser drei Punkte, ist die Ausschreibung angreifbar. Und das merkt man meistens erst, wenn der erste Nachtrag auf dem Tisch liegt.
Eine normgerechte Leistungsbeschreibung TGA steht und fällt mit Eindeutigkeit, klarer Positionsbildung und definierten Schnittstellen, alles andere sind Nachträge in Wartestellung.
| Thema | Details |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | VOB/A §7 verlangt eindeutige, erschöpfende Beschreibung ohne unklare Bedarfspositionen. |
| LV vs. Leistungsprogramm | Klassisch bei feststehender Lösung, funktional nur mit klaren Bewertungskriterien. |
| Gewerkespezifische Zielwerte | Jedes Gewerk braucht mindestens eine messbare Kenngröße statt pauschaler Formulierungen. |
| Format | Vorbemerkungen, Teilleistung, Position, Nachweis in fester Reihenfolge dokumentieren. |
| Praxispartner | IET-Hamburg GmbH erstellt LV und Leistungsprogramme entlang aller HOAI-Phasen und prüft bestehende Ausschreibungen. |
Was gehört in eine normgerechte Leistungsbeschreibung TGA?
Wer eine TGA Leistungsbeschreibung erstellen will, braucht mehr als eine Aufzählung von Geräten. Fünf Elemente entscheiden, ob die Ausschreibung standhält:
- Baubeschreibung und Zweck – warum die Anlage gebraucht wird, welchem Nutzungszweck sie dient, welche Randbedingungen (Gebäudetyp, Nutzung, Betriebszeiten) gelten.
- Leistungsumfang mit Teilleistungen – jede Position muss einer klar abgegrenzten Teilleistung zugeordnet sein, keine Sammelposition ohne technische Gleichartigkeit.
- Schnittstellen und Übergabepunkte – wer liefert was, wo endet ein Gewerk und wo beginnt das nächste.
- Normen- und Spezifikationsverweise – DIN, VDE, VDI, konkret benannt, nicht pauschal „nach den anerkannten Regeln der Technik“.
- Vorbemerkungen zu Abrechnung und Abnahme – Aufmaßregeln, Prüfkriterien, Abnahmeprotokolle.
Profi-Tipp: Schreiben Sie jede Position so, dass ein Kollege, der das Projekt nicht kennt, sie ohne Rückfrage kalkulieren kann. Wenn Sie selbst noch etwas nachfragen müssten, tut es der Bieter auch — nur eben per Nachtrag.
VOB/A §§ 7, 7b, 7c: Was steht wirklich drin?
Drei Paragrafen, drei unterschiedliche Aufgaben. §7 ist die Generalklausel: eindeutig und erschöpfend beschreiben, alle preisbeeinflussenden Umstände nennen, keine unklaren Bedarfspositionen. Klingt banal. Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, wie viele Leistungsverzeichnisse Formulierungen wie „nach Bedarf“ oder „ca.-Angaben ohne Toleranzband“ enthalten.
§7b regelt das klassische Leistungsverzeichnis: Baubeschreibung plus in Teilleistungen gegliederte Positionen. Positionen dürfen nur zusammengefasst werden, wenn sie technisch und preislich gleichartig sind — eine Regel, die in der Praxis öfter gebrochen als beachtet wird.

§7c öffnet die funktionale Tür: das Leistungsprogramm. Hier beschreibt der Auftraggeber Zweck und Anforderung, der Bieter liefert Entwurf, Erläuterung und Darstellung der Bauausführung, Mengen können offenbleiben.
Praktisch heißt das: Je unklarer die Beschreibung, desto größer das Nachforderungsrecht der Bieter — und desto schwerer die Wertung vergleichbar zu machen.
Welche HOAI-Leistungsphase liefert welchen Inhalt für die TGA?
Die Leistungsbeschreibung entsteht nicht in einer Phase, sondern wächst mit. Die HOAI-Anlage 15 gibt vor, welche Inhalte in welcher Phase erwartet werden:
- LP 1: Grundlagen klären — Nutzungsanforderungen, Bestandsaufnahme, Rahmenbedingungen.
- LP 2/3: Varianten bewerten, Systementscheidungen treffen, erste Vorbemerkungen für das spätere LV formulieren.
- LP 5: Ausführungsplanung — hier entsteht die Detailtiefe, die später eins zu eins ins LV übergeht (siehe auch unsere Hinweise zur Ausführungsplanung in LPH 5).
- LP 6/7: Vergabe vorbereiten und bei der Wertung mitwirken — hier zeigt sich, ob die Beschreibung wirklich bewertbar ist.
Wer in LP1 schludert, zahlt in LP6 dafür.
Was gehört zur TGA Leistungsbeschreibung je Gewerk?
Jedes Gewerk hat eigene Mindestangaben, die nicht verhandelbar sind:
- HLK: Temperatur- und Lüftungskennwerte je Raum, Regelstrategie, konkrete Inbetriebnahmeziele (nicht nur „funktionsfähig“, sondern messbare Sollwerte).
- Sanitär: Medienangaben (Trinkwasser, Abwasser, Regenwasser), Entwässerungskonzept, Hygieneanforderungen nach den einschlägigen Trinkwasserregeln.
- Elektro: Netzstruktur, Schutzkonzept, Notstromversorgung, Brandmelde- und Messanforderungen — Details dazu auch in unserem Leitfaden zur Brandmeldeanlagenplanung.
- Gebäudeautomation: Kommunikationsprotokolle, Datenübergabeformate, Testkriterien für die Funktionsprüfung.
- Fördertechnik: Kapazitätsangaben, Sicherheitsanforderungen, Prüfintervalle nach den geltenden Vorschriften.
Profi-Tipp: Verlangen Sie bei jedem Gewerk mindestens eine Zielgröße, die sich messen lässt — Grad Celsius, Luftwechselrate, Ansprechzeit. „Zeitgemäß“ ist kein Zielwert, sondern eine Einladung zum Streit.
Welche Schnittstellen- und BIM-Angaben muss die Ausschreibung enthalten?
Interpretationsspielraum entsteht meist an Schnittstellen, nicht innerhalb eines Gewerks. Deshalb verlangen wir:
- BIM-Lieferumfang: LOD- und LOI-Stufen kurz und konkret definieren, nicht als pauschale Anlage verstecken. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum Raumbuch TGA.
- Schnittstellenverantwortung: Wer liefert, wer montiert, wer prüft — mit Schnittstellenplan, nicht nur mit einem Satz in den Vorbemerkungen.
- Nachweise: Prüfprotokolle, Inbetriebnahme- und Übergabedokumente als verbindliche Leistungsbestandteile, nicht als optionale Anlage.
- Formatvorgaben: nur fordern, wenn technisch notwendig — jede zusätzliche Softwareanforderung schränkt den Bieterkreis ein.
Wer diese Punkte offenlässt, bekommt am Ende fünf verschiedene Auslegungen von fünf verschiedenen Bietern.
Wie baut man Vorbemerkungen, Positionen und Mengenangaben richtig auf?
Ein Leistungsverzeichnis erstellen heißt: Struktur vor Inhalt. Die Reihenfolge Baubeschreibung → Teilleistung → Position → Nachweis hat sich bewährt, weil sie Bieter zwingt, konkret statt pauschal anzubieten.
- Vorbemerkungen: Abrechnungseinheiten, Normenverweise, Prüfanforderungen — Abschnitt 0 der ATV liefert dafür eine brauchbare Struktur, auch wenn er kein Vertragsbestandteil ist.
- Positionsbildung: Sammelpositionen nur bei technischer und preislicher Gleichartigkeit, sonst einzeln ausweisen.
- Mengenangaben: Toleranzen und Abrechnungsregeln explizit nennen — „ca.“-Angaben ohne Prozentband sind ein Streitpunkt, kein Standard.
- Nachweiskonzept: Zielwert, Randbedingung, Prüfanforderung, Abnahmenachweis in dieser Reihenfolge je Position dokumentieren.
Dieses Muster reduziert Rückfragen in der Angebotsphase deutlich, weil es dem Bieter genau zeigt, wonach er sucht.
| Baustein | Inhalt |
|---|---|
| Vorbemerkungen | Abrechnung, Normen, Prüfanforderungen |
| Teilleistung | Fachlich abgegrenzter Leistungsblock |
| Position | Einzelleistung mit Mengenangabe und Toleranz |
| Nachweis | Prüfprotokoll, Messreihe, Abnahmedokument |
Wo scheitern TGA-Ausschreibungen in der Praxis am häufigsten?
Aus unserer Erfahrung bei IET-Hamburg GmbH sind es fast immer dieselben drei Lücken: fehlende Inbetriebnahmeziele, unklare Schnittstellenbeschreibungen zwischen den Gewerken und offene Bewertungsregeln bei funktionalen Ausschreibungen.
- Strukturierte Prüfvorlagen für jede Teilleistung
- Klar definierte Übergabepakete pro Gewerk
- Prüfbare Messgrößen statt allgemeiner Formulierungen
Ein Nachweiskonzept mit Protokollen, Messreihen und Betriebsanleitungen bei Übergabe verhindert die typischen Streitpunkte, die sonst erst bei der Abnahme auftauchen.
Funktional oder klassisch ausschreiben: Wie entscheiden Sie richtig?
Klassisch ausschreiben, wenn die Lösung feststeht und Vergleichbarkeit zählt — Sanierung, Bestandsgebäude, enger Zeitplan. Funktional, wenn echter Innovationsbedarf besteht und Sie Zeit für eine saubere Bewertungsmatrix haben. Bei Pilotprojekten kann Funktionalität sinnvoll sein, aber nur mit klar definierten Messgrößen — sonst wird die Wertung subjektiv und angreifbar. Ohne belastbare Bewertungskriterien ist ein Leistungsprogramm eher ein Risiko als eine Freiheit.
Wie IET-Hamburg GmbH Sie bei der Leistungsbeschreibung TGA unterstützt
IET-Hamburg GmbH übernimmt genau die Arbeit, die zwischen Entwurf und ausschreibungsreifem Leistungsverzeichnis liegt — ohne dass Sie sich durch VOB-Paragrafen kämpfen müssen, während Ihr Projektplan weiterläuft.

Wir erstellen Leistungsverzeichnisse und Leistungsprogramme für die technische Gebäudeausrüstung entlang aller HOAI-Phasen 1 bis 9, von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung. Das Ergebnis: weniger Nachträge, weil Schnittstellen von Anfang an klar benannt sind, und prüffähige Inbetriebnahmen, weil jede Position einen messbaren Zielwert trägt statt einer vagen Formulierung. Gerade bei der Bauüberwachung in der Elektrotechnik zeigt sich, wie viel eine saubere Leistungsbeschreibung im Vorfeld an Streit auf der Baustelle spart.
Wenn Sie eine bestehende Ausschreibung prüfen lassen oder eine neue TGA-Leistungsbeschreibung aufsetzen möchten: Werfen Sie einen Blick auf unser Angebot zur Elektroplanung und lassen Sie uns Ihre Unterlagen einmal gegenlesen, bevor sie in die Vergabe gehen.
Direktzugang: Gesetze, VOB-A-Auszüge und praktische Leitfäden
Für die juristische Nachprüfung lohnt der direkte Blick in §7 EU VOB/A, §7b VOB/A und §7c VOB/A. Wer den funktionalen Ansatz vertiefen will, findet eine verständliche Einordnung im Glossareintrag zur Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm sowie in der Erläuterung zur funktionalen Leistungsbeschreibung von ibau.
FAQ
Was gehört alles in eine Leistungsbeschreibung?
Baubeschreibung, ein in Teilleistungen gegliedertes Leistungsverzeichnis, Normenverweise sowie Vorbemerkungen zu Abrechnung und Abnahme gehören zwingend dazu.
Was sind TGA Leistungen?
TGA-Leistungen umfassen die Planung von Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Fördertechnik innerhalb eines Gebäudes.
Welche Leistungsphasen gibt es in der HOAI TGA?
Die HOAI kennt neun Leistungsphasen, wobei für die TGA-Leistungsbeschreibung besonders LP 2 bis 5 sowie LP 6 und 7 relevant sind.
Was gehört alles zu einem TGA?
Zur technischen Gebäudeausrüstung gehören Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektrotechnik, Gebäudeautomation und Fördertechnik als eigenständige, aber schnittstellenabhängige Gewerke.
Wer kann eine TGA-Leistungsbeschreibung erstellen?
Fachplaner mit Erfahrung in der technischen Gebäudeausrüstung erstellen die Leistungsbeschreibung, häufig in Zusammenarbeit mit Architekten. IET-Hamburg GmbH übernimmt diese Aufgabe entlang der HOAI-Leistungsphasen für Bauprojekte.