Die zentralen Outputs dieser Phase:
- Planungskonzept mit Planungsvarianten und zeichnerischen Darstellungen
- Funktionsschemata und Prinzipschaltbilder für jede Anlage (Stark- und Schwachstrom, Blitzschutz, Notstrom etc.)
- Kostenschätzung nach DIN 276 auf Ebene 2 der Kostengruppen, typische Genauigkeit ±20–30 %
- Grober Terminplan und erste Raumbedarfsangaben
- Schnittstellenklärung mit Objektplanung, HLK, Brandschutz und Versorgungsunternehmen
Rechtsgrundlage ist § 55 HOAI in Verbindung mit Anlage 15, die die Grundleistungen der LPH 2 für die Technische Ausrüstung verbindlich beschreibt. DIN 276 (Ausgabe 2018) regelt die Kostenstruktur. IET-Hamburg GmbH setzt diese Phase in der Praxis strukturiert um, mit klarer Dokumentation aller Annahmen und frühzeitiger Behördenabstimmung.
Die Vorplanung Elektrotechnik (LPH 2) legt mit Planungskonzept, Funktionsschemata und Kostenschätzung nach DIN 276 die Grundlage für alle folgenden Leistungsphasen.
| Thema | Details |
|---|---|
| LPH 2 nach HOAI | Vorplanung entspricht 9 % der Grundleistungen im Leistungsbild Technische Ausrüstung (§ 55 HOAI). |
| Kostenschätzung DIN 276 | Genauigkeit typischerweise ±20–30 %; alle Annahmen müssen schriftlich dokumentiert werden. |
| Schnittstellenkoordination | Abstimmung mit Architektur, HLK, Brandschutz und Netzbetreiber muss in LPH 2 aktiv gestartet werden. |
| Behördenvorverhandlung | Frühzeitige Anfragen beim Netzbetreiber und der Baugenehmigungsbehörde verhindern Verzögerungen in LPH 4/5. |
| IET-Hamburg GmbH | Übernimmt LPH 2 als vollständiges Paket mit Planungskonzept, Kostenschätzung und Schnittstellenmanagement. |
Was regelt die HOAI für die Vorplanung in der Elektrotechnik?
§ 55 HOAI gliedert das Leistungsbild Technische Ausrüstung in neun Leistungsphasen. LPH 2 (Vorplanung) hat einen festen prozentualen Anteil der Grundleistungen. Das klingt nach wenig, ist aber die Phase, in der die wesentlichen Weichen gestellt werden: Systemwahl, Kostenrahmen, Schnittstellenvereinbarungen.
Anlage 15 HOAI (zu § 55 Abs. 3, § 56 Abs. 3) listet die Grundleistungen der Vorplanung verbindlich auf. Dazu gehören: Analysieren der Grundlagen, Erarbeiten eines Planungskonzepts mit Vordimensionierung der Systeme, Aufstellen von Funktionsschemata, Kostenschätzung nach DIN 276, Vorverhandlungen mit Behörden und Versorgungsunternehmen sowie Dokumentation der Ergebnisse.
Die Anlage 15 HOAI nennt die Grundleistungen unter den Punkten a bis g. Konkret sind das:
- (a) Analysieren der Grundlagen, Abstimmung der Zielvorstellungen
- (b) Erarbeiten des Planungskonzepts, Vordimensionierung der Systeme, Variantenuntersuchung
- © Klären und Erläutern der wesentlichen fachspezifischen Zusammenhänge, Vorgänge und Bedingungen
- (d) Vorverhandlungen mit Behörden und Versorgungsunternehmen über die Genehmigungsfähigkeit
- (e) Aufstellen eines Funktionsschemas bzw. Prinzipschaltbilds für jede Anlage
- (f) Kostenschätzung nach DIN 276, Vergleich mit den finanziellen Rahmenbedingungen
- (g) Zusammenstellen aller Vorplanungsergebnisse
Wer LPH 2 beauftragt, hat damit einen klar definierten Leistungsumfang. Abweichungen davon sind Sonderleistungen und müssen gesondert vereinbart werden.
Welche technischen Aufgaben übernimmt der Elektroplaner in LPH 2?
Die Vorplanung ist keine Fleißarbeit, sondern eine Denkaufgabe. Wer hier nur Schaltpläne skizziert, ohne Varianten zu prüfen, verschenkt den eigentlichen Wert dieser Phase.
Grundlagenanalyse und Zielabstimmung
Zuerst werden alle verfügbaren Unterlagen aus LPH 1 geprüft: Raumprogramm, Nutzungskonzept, Energiebedarfsprognosen, Bestandspläne (bei Umbau), Anforderungen aus Brandschutzkonzept und Betreibervorstellungen. Fehlt hier etwas, muss es vor dem Start von LPH 2 beschafft werden. Ein Planungskonzept auf Basis lückenhafter Grundlagen ist Makulatur.
Planungskonzept und Variantenuntersuchung
Aus den Grundlagen entstehen Planungsvarianten. Für ein Bürogebäude könnte das bedeuten: zentrale Unterverteilung je Etage versus dezentrale Kleinverteiler, TN-C-S-Netz versus IT-Netz in sensiblen Bereichen, konventionelle Beleuchtungssteuerung versus DALI-System. Jede Variante wird technisch und wirtschaftlich vorbewertet. Das Ergebnis ist kein Entwurf, sondern eine begründete Empfehlung.
Funktionsschemata und Raumbedarfsangaben
Für jede Anlage (Starkstrom, Schwachstrom, Blitzschutz, Notstrom, Gebäudeautomation) entsteht ein Funktionsschema oder Prinzipschaltbild. Dazu kommen erste Angaben zu Raumbedarfen: Traforaum, Hauptverteilungsraum, Batterieraum, Leitungsführungszonen.
Vorverhandlungen mit Behörden und Versorgern
Netzanschlusskonzept, Anschlussleistung, Einspeisepunkt, Zählerkonzept: Diese Fragen klären sich nicht von selbst. Frühzeitige Anfragen beim Netzbetreiber und erste Abstimmungen mit der Baugenehmigungsbehörde (z. B. zu Blitzschutzklassen, Sicherheitsbeleuchtungsanforderungen) sind Grundleistung nach Anlage 15 und kein optionales Extra.

Profi-Tipp: Stellen Sie die Anfrage beim Netzbetreiber bereits parallel zur Grundlagenermittlung. Rückmeldungen dauern oft 4–8 Wochen. Wer wartet, bis LPH 2 abgeschlossen ist, verliert wertvolle Zeit.
Welche Dokumente muss die Vorplanung liefern?
Eine vollständige LPH 2 ist kein Ordner mit losen Skizzen. Wer als Auftraggeber prüfen will, ob ein Paket vollständig ist, kann diese Liste als Mindestanforderung nutzen:
- Planungskonzept mit Variantenbeschreibung und Begründung der gewählten Lösung (zeichnerische Darstellung, Maßstab je nach Projektgröße)
- Funktionsschema / Prinzipschaltbild für jede Anlage (Starkstrom, Schwachstrom, Notstrom, Blitzschutz, ggf. Gebäudeautomation)
- Kostenschätzung nach DIN 276 auf Ebene 2, mit vollständiger Parameterliste und dokumentierten Annahmen
- Grobterminplan mit Meilensteinen für LPH 3–5
- Raumbuch-Basisdaten: Flächenbedarfe für Technikräume, Leitungsführungszonen, Schachtmaße
- Schnittstellenmatrix: Wer liefert was an wen, bis wann
- Kurze Behörden-Summary: Stand der Vorverhandlungen, offene Punkte, nächste Schritte
Fehlt die Schnittstellenmatrix, entstehen in LPH 3 regelmäßig Konflikte darüber, wer für welche Leistung zuständig ist. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern Projektalltag.
Wie funktioniert die Kostenschätzung in LPH 2 nach DIN 276?
Die Kostenschätzung nach DIN 276 ist eine der zentralen Grundleistungen in LPH 2. Sie liefert eine erste belastbare Einschätzung der Baukosten und bildet die Grundlage für den Vergleich mit dem Kostenrahmen aus LPH 1.
Die DIN 276 gliedert die Gesamtkosten in acht Kostengruppen (KG 100–800). Für die Elektrotechnik ist vor allem KG 400 (Technische Anlagen) relevant, innerhalb derer die Untergruppen 410–480 die verschiedenen elektrotechnischen Anlagen abbilden.
| Kostengruppe | Bezeichnung | Relevanz für Elektrotechnik |
|---|---|---|
| KG 410 | Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen | Nein (HLK-Gewerk) |
| KG 440 | Starkstromanlagen | Kern der Elektrotechnik |
| — | Fernmelde- und informationstechnische Anlagen | Schwachstrom, IT, Datennetze |
| — | Förderanlagen | Aufzüge, Fahrtreppen |
| — | Nutzungsspezifische Anlagen | z. B. Medizintechnik, Labortechnik |
| KG 480 | Gebäudeautomation | GLT, DALI, BMS |
In LPH 2 wird typischerweise die erste Gliederungsebene verwendet. Die Herleitung erfolgt über Kostenkennwerte (z. B. €/m² BGF), Vergleichsprojekte oder flächenbezogene Ansätze. Die erwartete Genauigkeit liegt bei ±20–30 %. Wer das ignoriert und die Kostenschätzung als verbindliches Budget behandelt, setzt sich und seinen Auftraggeber unter falschen Erwartungsdruck.
Ein häufiger Fehler: Annahmen werden nicht dokumentiert. Wenn sechs Monate später jemand fragt, warum die KG 440 mit 180 €/m² BGF angesetzt wurde, muss die Antwort nachvollziehbar sein.
Profi-Tipp: Nutzen Sie eine strukturierte Excel-Vorlage auf Basis der DIN-276-Kostengruppen, zum Beispiel die Plattform für Risikomanagement und Kostenanalyse von ZRG Mineral. Tragen Sie jede Annahme (Kennwertquelle, Bezugsgröße, Datum) direkt in die Tabelle ein. Das spart bei der Fortschreibung in LPH 3 erheblich Zeit und schützt Sie bei Nachfragen des Auftraggebers.
Mit wem muss der Elektroplaner in LPH 2 abstimmen?
Elektrotechnik ist kein Soloauftritt. LPH 2 funktioniert nur, wenn die Schnittstellen zu anderen Gewerken früh geklärt sind.
Die wichtigsten Abstimmungspartner:
- Objektplanung (Architektur): Grundrisse, Raumkonzept, Fassadenöffnungen, Technikraumflächen. Ohne aktuelle Pläne keine belastbare Vordimensionierung.
- HLK-Planung: Energiebedarf der Lüftungs- und Kälteanlagen beeinflusst die Anschlussleistung direkt. Abstimmung über gemeinsame Leitungsführungszonen.
- Brandschutz: Anforderungen an Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlagen, Funktionserhalt von Kabeln (E30/E90) müssen in LPH 2 bekannt sein.
- IT/Datennetze: Serverräume, Netzwerkverteiler, USV-Anlagen, strukturierte Verkabelung.
- Tragwerksplanung: Durchbrüche, Schachtquerschnitte, Lastangaben für Technikräume.
- Netzbetreiber/Versorger: Anschlussleistung, Einspeisepunkt, Zählerkonzept, Transformatorenleistung.
Rote Flaggen, die auf Schnittstellenprobleme hinweisen: fehlende Lastangaben vom HLK-Planer, kein aktuelles Raumkonzept vom Architekten, unklare Brandschutzanforderungen. Wer diese Lücken nicht aktiv schließt, baut sein Planungskonzept auf Sand. Die Koordination mit anderen Gewerken ist deshalb kein Randthema, sondern Kernaufgabe in LPH 2.
Praxis-Checkliste: So arbeiten Sie LPH 2 vollständig ab
Eine sequenzierbare Abfolge, die sich in der Praxis bewährt hat:
- Grundlagen prüfen: Vollständigkeit der LPH-1-Unterlagen sicherstellen (Raumprogramm, Nutzungskonzept, Bestandspläne, Brandschutzanforderungen, Energiebedarfsprognose).
- Kick-off mit allen Fachplanern: Schnittstellen definieren, Informationsbedarfe klären, Terminplan abstimmen.
- Planungsvarianten entwickeln: Mindestens zwei Varianten für die wesentlichen Systeme (Energieversorgung, Beleuchtung, Schwachstrom) ausarbeiten und vorläufig bewerten.
- Funktionsschemata erstellen: Für jede Anlage ein Prinzipschaltbild oder Funktionsschema aufstellen.
- Kostenschätzung aufstellen: DIN-276-Gliederung, Kennwerte dokumentieren, Annahmen schriftlich festhalten, Toleranzbereich ±20–30 % kommunizieren.
- Behörden- und Versorgeranfragen starten: Netzbetreiber, Baugenehmigungsbehörde, ggf. Feuerwehr.
- Interne Qualitätsprüfung: Vollständigkeit der Deliverables prüfen (Planungskonzept, Funktionsschemata, Kostenschätzung, Terminplan, Schnittstellenmatrix).
- Abstimmungsrunde mit Objektplaner: Ergebnisse vorstellen, offene Punkte klären, Freigabe für LPH 3 einholen.
Mindestunterlagen für die Übergabe an LPH 3: Planungskonzept (zeichnerisch), Funktionsschemata, Kostenschätzung mit Annahmenprotokoll, Grobterminplan, Schnittstellenmatrix, Behörden-Summary.
Profi-Tipp: Planen Sie zwei feste Review-Punkte ein: einen internen QA-Check nach Fertigstellung der Funktionsschemata und einen gemeinsamen Abstimmungstermin mit dem Objektplaner vor der finalen Kostenschätzung. Änderungen nach der Kostenschätzung kosten überproportional viel Zeit.

Wie lange dauert die Vorplanung und welche Meilensteine sind zu setzen?
Die Dauer hängt stark von der Qualität der Grundlagen und dem Koordinationsaufwand ab. Grobe Orientierungswerte:
- Kleine Projekte (Einfamilienhaus, kleines Gewerbe bis ca. 500 m² BGF): 2–4 Wochen
- Mittlere Projekte (Bürogebäude, Schule, Wohnanlage 500–5.000 m² BGF): 4–8 Wochen
- Große Projekte (Krankenhaus, Industrieanlage, Rechenzentrum ab 5.000 m² BGF): 8–16 Wochen oder mehr
Wichtige Meilensteine:
- M1: Abschluss Grundlagenprüfung und Kick-off mit allen Fachplanern
- M2: Variantenstudie abgeschlossen, Vorzugsvariante abgestimmt
- M3: Funktionsschemata fertig, Raumbedarfe übergeben
- M4: Kostenschätzung fertiggestellt und mit Auftraggeber besprochen
- M5: Behörden- und Versorgeranfragen gestartet, Ergebnisse dokumentiert
- M6: Freigabe LPH 3
Verzögerungen entstehen fast immer durch fehlende Rückmeldungen anderer Gewerke oder durch nachträgliche Änderungen im Nutzungskonzept. Wer Terminmanagement im Bauprojekt strukturiert angeht, erkennt Verzögerungen früh genug, um gegenzusteuern.
Was kostet die Vorplanung? HOAI-Anteil und Honorarmodelle
LPH 2 macht einen niedrigen einstelligen Prozentsatz der Grundleistungen im Leistungsbild Technische Ausrüstung aus. Das ist der Referenzwert aus § 55 HOAI. Wie viel das in Euro bedeutet, hängt von den anrechenbaren Kosten und der Honorarzone ab.
Abrechnungsvarianten in der Praxis:
- Anteil am Gesamtauftrag: LPH 2 wird als prozentualer Teil des HOAI-Gesamthonorars abgerechnet. Üblich bei vollständigen Planungsaufträgen über alle Leistungsphasen.
- Stundensatz: Bei unklarem Umfang oder wenn LPH 2 isoliert beauftragt wird. Stundensätze für Fachingenieure variieren je nach Qualifikation und Markt.
- Pauschale für LPH 2: Möglich, wenn Umfang und Grundlagen klar definiert sind. Setzt voraus, dass die Grundlagen aus LPH 1 vollständig vorliegen.
Faktoren, die das Honorar erhöhen:
- Unvollständige oder widersprüchliche Grundlagen aus LPH 1
- Umfangreiche Variantenprüfungen (mehr als zwei bis drei Varianten)
- Zusätzliche Behördenvorverhandlungen (z. B. Denkmalschutz, besondere Brandschutzanforderungen)
- Kurze Fristen mit erhöhtem Koordinationsaufwand
- Sonderleistungen (z. B. Wirtschaftlichkeitsberechnungen, BIM-Modellierung)
Wer das nicht klar kommuniziert, bekommt Diskussionen über den Leistungsumfang spätestens bei der Abrechnung.
Typische Fehler in der Vorplanung und wie Sie sie vermeiden
Manche Fehler wiederholen sich in Projekten mit einer Regelmäßigkeit, die nachdenklich macht.
Häufige Fehler:
- Unvollständige Grundlagen akzeptiert: LPH 2 startet, obwohl das Raumprogramm noch nicht final ist oder Brandschutzanforderungen fehlen. Das Ergebnis ist ein Planungskonzept, das in LPH 3 komplett überarbeitet werden muss.
- Behördenabstimmung zu spät: Netzanschlusskonzept und Genehmigungsfragen werden erst in LPH 4 angegangen. Dann ist es für Korrekturen teuer.
- Fehlende Schnittstellenkoordination: HLK-Planer und Elektroplaner arbeiten parallel, ohne Lastangaben auszutauschen. Ergebnis: Unterverteilungen sind zu klein dimensioniert.
- Kostenschätzung als verbindliches Budget behandelt: Auftraggeber interpretieren ±20–30 % Toleranz als Garantie. Wer das nicht aktiv korrigiert, hat ein Problem in LPH 5.
- Annahmen nicht dokumentiert: Sechs Monate später weiß niemand mehr, warum bestimmte Kennwerte gewählt wurden.
Gegenmaßnahmen:
- Grundlagen-Checkliste vor LPH-2-Start verbindlich abhaken lassen
- Schnittstellenmeetings mit Protokoll ab Woche 1
- Kostenschätzung immer mit Annahmenprotokoll und explizitem Toleranzhinweis übergeben
- Behörden- und Versorgeranfragen als Meilenstein in den Terminplan aufnehmen
- Eskalationsstufen definieren: Wer entscheidet, wenn Grundlagen fehlen oder sich ändern?
Wer Budgetüberschreitungen im Bau vermeiden will, legt den Grundstein dafür in LPH 2, nicht erst in der Ausführung.
Wie IET-Hamburg die Vorplanung in der Praxis umsetzt
Ein anonymisiertes Beispiel aus der Praxis von IET-Hamburg GmbH: Büro- und Laborgebäude, ca. 3.500 m² BGF, Neubau, besondere Anforderungen durch IT-Infrastruktur und unterbrechungsfreie Stromversorgung für Laborequipment.
- Kick-off und Grundlagenprüfung: Vollständigkeit der LPH-1-Unterlagen geprüft. Fehlende Lastangaben für Laborgeräte beim Nutzer angefordert und innerhalb einer Woche beschafft.
- Variantenstudie Energieversorgung: Zwei Varianten entwickelt (zentrale USV-Anlage vs. dezentrale USV je Labor). Wirtschaftlichkeitsvorbetrachtung erstellt, Vorzugsvariante mit Auftraggeber abgestimmt.
- Funktionsschemata: Prinzipschaltbilder für Starkstrom, Schwachstrom, USV, Blitzschutz und Gebäudeautomation aufgestellt. Raumbedarfe für Traforaum, Hauptverteilung und USV-Raum definiert.
- Kostenschätzung: DIN-276-Gliederung auf Ebene 2, Kennwerte aus Vergleichsprojekten, alle Annahmen dokumentiert. Toleranzbereich in einer typischen Größenordnung kommuniziert.
- Behörden- und Versorger-Vorverhandlung: Netzbetreiber kontaktiert (Anschlussleistung 630 kVA), Baugenehmigungsbehörde zu Blitzschutzklasse und Sicherheitsbeleuchtung vorabgestimmt.
- Übergabe an LPH 3: Vollständiges Paket übergeben: Planungskonzept, Funktionsschemata, Kostenschätzung mit Annahmenprotokoll, Grobterminplan, Schnittstellenmatrix, Behörden-Summary.
Konkreter Nutzen: Der Netzbetreiber-Rücklauf kam nach fünf Wochen. Da die Anfrage in LPH 2 gestellt wurde, verzögerte das den Entwurf nicht. Die Kostenschätzung lag am Ende der Ausführungsplanung mit einer typischen Abweichung im mittleren zweistelligen Prozentbereich vom ursprünglichen Ansatz.
Worauf ich in jeder Vorplanung besonders achte
Drei Dinge entscheiden in meiner Erfahrung darüber, ob eine LPH 2 wirklich trägt oder nur auf dem Papier vollständig ist.
Erstens: Saubere Grundlagen vor dem Start. Ich habe Projekte gesehen, in denen LPH 2 begonnen wurde, obwohl das Nutzungskonzept noch in Abstimmung war. Das Ergebnis war vorhersehbar: Zwei Überarbeitungsrunden, doppelter Aufwand, frustrierte Beteiligte. Meine Regel ist einfach: Wenn die Grundlagen aus LPH 1 nicht vollständig vorliegen, gibt es keinen LPH-2-Start. Das klingt hart, spart aber Zeit.
Zweitens: Schnittstellenkoordination als aktive Aufgabe. Viele Planer warten darauf, dass andere Gewerke ihre Informationen liefern. Das funktioniert nicht. Ich frage aktiv nach, setze Deadlines und dokumentiere, was fehlt. Eine Schnittstellenmatrix ist dabei kein bürokratisches Instrument, sondern ein Kommunikationswerkzeug.
Drittens: Nachvollziehbare Kostengrundlagen. Eine Kostenschätzung, die niemand mehr erklären kann, ist wertlos. Ich bestehe darauf, dass jede Annahme schriftlich festgehalten wird: Kennwertquelle, Bezugsgröße, Datum, Bearbeiter. Das schützt alle Beteiligten und macht die Fortschreibung in LPH 3 deutlich einfacher.
Was ich kritisch sehe: die Tendenz, LPH 2 als reine Pflichtübung zu behandeln, die man möglichst schnell hinter sich bringt. Die Vorplanung ist die letzte Phase, in der Systementscheidungen ohne große Kosten revidiert werden können. Wer das nicht nutzt, zahlt später.
IET-Hamburg GmbH übernimmt Ihre Vorplanung Elektrotechnik
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IET-Hamburg GmbH übernimmt die Fachplanung Elektrotechnik von LPH 1 bis LPH 9, mit besonderem Fokus auf eine strukturierte Vorplanung und den reibungslosen Übergang zur Entwurfsplanung (LPH 3). Auftraggeber erhalten ein vollständiges LPH-2-Paket: Planungskonzept, Funktionsschemata, Kostenschätzung nach DIN 276 mit dokumentierten Annahmen, Schnittstellenmatrix und Behörden-Summary. Das schafft Budgetklarheit, reduziert Nachträge und hält den Terminplan stabil. Sprechen Sie uns an und holen Sie sich ein konkretes Angebot für Ihr Projekt: Kontakt aufnehmen.
Quellen
Für die Arbeit in LPH 2 sind diese Quellen direkt anwendbar:
- Anlage 15 HOAI (zu § 55 Absatz 3, § 56 Absatz 3) Grundleistungen im Leistungsbild Technische Ausrüstung,
- Kostenschätzung DIN 276: alle Fakten! – Capmo
FAQ
Was gehört alles zur Vorplanung in der Elektrotechnik?
Die Vorplanung (LPH 2) umfasst Grundlagenanalyse, Erarbeitung eines Planungskonzepts mit Vordimensionierung, Aufstellen von Funktionsschemata, Kostenschätzung nach DIN 276 sowie Vorverhandlungen mit Behörden und Versorgungsunternehmen. Die vollständige Grundleistungsbeschreibung findet sich in Anlage 15 HOAI.
Wer darf Elektroinstallationen planen?
Die Fachplanung Elektrotechnik nach HOAI darf nur von qualifizierten Ingenieuren oder Planungsbüros mit entsprechender Fachkunde übernommen werden. Für genehmigungspflichtige Anlagen ist in der Regel ein eingetragener Fachingenieur erforderlich.
Wie hoch ist der HOAI-Honoraranteil für die Vorplanung?
Der tatsächliche Honorarbetrag ergibt sich aus den anrechenbaren Kosten und der Honorarzone gemäß § 55 HOAI.
Wie genau ist die Kostenschätzung in LPH 2?
Sie ist kein verbindliches Budget, sondern eine erste belastbare Einschätzung auf Basis von Kostenkennwerten und dokumentierten Annahmen.
Was kostet die Vorplanung durch einen Architekten oder Fachplaner?
Die Kosten richten sich nach dem HOAI-Honorar für die jeweilige Leistungsphase. Für isoliert beauftragte Vorplanungen sind auch Stunden- oder Pauschalmodelle üblich.