EV-Ladeinfrastruktur Planung:

HOAI-Leistungsbild für Gebäude in Hamburg

Für gebäudeintegrierte Ladeinfrastruktur liefert die elektrotechnische Fachplanung prüffähige Lastnachweise, ein Zuleitungs- und Verteilkonzept, eine Lastmanagement-Strategie und die Ausführungsunterlagen für die Leistungsphasen 1 bis 9 nach HOAI. Dazu gehören Prüfprotokolle, ein Abrechnungskonzept und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber nach VDE-AR-N 4100. Wer das überspringt, zahlt später drauf, meist bei der Nachrüstung. Autor dieses Leitfadens ist Marco Beuchling, der bei IET-Hamburg GmbH seit Jahren genau solche Projekte begleitet.

 

Kurz gesagt:

  • Die elektrotechnische Fachplanung für Ladeinfrastruktur umfasst Lastnachweise, Verteilkonzepte und Lastmanagement, die in den Leistungsphasen 1 bis 9 nach HOAI erfolgen.
  • Ladepunkte ab 3,6 kVA müssen dem Netzbetreiber angezeigt werden, ab 12 kVA ist eine Genehmigung erforderlich, um Netztrennungen und hohe Nachrüstungskosten zu vermeiden.
  • Bei Neubauten sollten separate, ausreichend dimensionierte Leerrohre für Energie und Daten eingeplant werden, wobei mindestens 20 % der Stellplätze vorverrohrt werden sollten.
  • Die Dimensionierung der Ladeleistung hängt vom Nutzerprofil ab, wobei eine dynamische Steuerung durch Lastmanagement in größeren Projekten Kosten sparen kann.
  • Eine strukturierte Bauüberwachung, inklusive Schutzprüfungen und Prüfprotokollen, verhindert Nachträge und kostspielige Fehler bei der Inbetriebnahme.

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Ladeinfrastruktur vorausschauend planen
IET-Hamburg begleitet elektrotechnische Projekte von der Konzeptentwicklung bis zur Bauüberwachung, für abgestimmte Abläufe und transparente Kommunikation.

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Was liefert die EV-Ladeinfrastruktur Planung in welcher HOAI-Phase?

Viele Bauherren denken, Ladeinfrastruktur sei ein Nachtrag zur normalen Elektroplanung. Ist sie nicht. Sie braucht eigene Leistungsbilder, eigene Nachweise, eigene Abstimmungsschleifen mit dem Netzbetreiber. Und die HOAI gibt dafür über Anlage 15 einen klaren Rahmen vor, auch wenn Ladeinfrastruktur dort nicht wortwörtlich benannt ist.

Was liefert die EV-Ladeinfrastruktur Planung in welcher HOAI-Phase? — overview diagram

In den frühen Phasen (LPH 1 bis 3) geht es um die Grundlagen: Wie viele Fahrzeuge, welcher Fahrzeugmix, welches Nutzerverhalten? Daraus entsteht die erste Bedarfsermittlung. Parallel dazu wird die Vorverrohrung geplant, damit später nicht die Bodenplatte aufgestemmt werden muss. Und es gibt eine erste Kostenschätzung nach DIN 276, meist auf Ebene 2 oder 3.

Ab LPH 4 wird es amtlich: Genehmigungsunterlagen, Abstimmung mit Bauamt und Netzbetreiber, Prinzipschaltbilder für die Ausführung. LPH 5 liefert dann die Ausführungsplanung im Detail, inklusive Klemmenpläne und Leitungsführung.

  • LPH 1–3: Bedarfsanalyse, Vorverrohrungskonzept, Kostenschätzung
  • LPH 4–5: Genehmigungsplanung, Prinzipschaltbilder, Ausführungsunterlagen
  • LPH 6–7: Ausschreibungstexte, Vergabemitwirkung
  • LPH 8–9: Objektüberwachung, Inbetriebnahme, Dokumentation

Bei der Bauüberwachung (LPH 8) zeigt sich, ob die frühen Phasen saubere Arbeit waren. Wer da schludert, produziert Nachträge. Ganz einfach.

Welche Normen und Meldepflichten gelten für Ladestationen in Deutschland?

Vier Regelwerke sind Pflichtprogramm, ob es einem gefällt oder nicht. Die VDE-AR-N 4100 regelt den Netzanschluss für Niederspannung, VDE 0100-722 die elektrische Sicherheit speziell für Ladepunkte. DIN 18015-1 betrifft die elektrische Anlage im Wohngebäude generell, und das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet bei Neubauten zur Vorverrohrung eines Teils der Stellplätze.

Die Ladesäulenverordnung (LSV) kommt dazu, wenn öffentlich zugängliche Punkte betrieben werden, etwa an einem Firmenparkplatz mit Kundenverkehr.

Die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber wird gern unterschätzt:

  • Ladepunkte ab 3,6 kVA müssen dem Netzbetreiber angezeigt werden.
  • Ab einer Summenleistung von 12 kVA braucht es die ausdrückliche Zustimmung, bevor irgendetwas ans Netz geht.
  • Wer das ignoriert, riskiert eine Netztrennung im Nachhinein. Das ist teurer als jede Planungsstunde.

Bei Bestandsobjekten, gerade in Wohnungseigentümergemeinschaften, empfiehlt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur eine frühe Lastgangmessung, um den Ertüchtigungsbedarf zu klären, bevor Geld in eine Planung fließt, die am Netzanschluss scheitert. Zusätzlich braucht es meist eine Abstimmung mit dem Brandschutzkonzept und dem Versicherer, vor allem in Tiefgaragen. Diese Nachweise gehören in die Genehmigungsplanung, siehe dazu auch unsere Hinweise zur Genehmigungsplanung Elektro.

Wie werden Ladeleistung, Zuleitungen und Lastmanagement dimensioniert?

Die Dimensionierung beginnt nicht am Kabel, sondern beim Nutzer. Wer fährt hier, wie oft, wie lange steht das Fahrzeug? Ein Firmenparkplatz mit Mitarbeiterfahrzeugen hat ein anderes Lastprofil als eine Tiefgarage mit Wohnungseigentümern, die abends laden wollen.

  1. Nutzerprofile erfassen. Fahrzeugmix, durchschnittliche Standzeit, erwartete Gleichzeitigkeit.
  2. Ladeleistung pro Punkt festlegen. Einphasiges AC läuft bis etwa 4,6 kVA, für höhere Leistungen braucht es dreiphasige Anschlüsse, wie der VDE-Leitfaden beschreibt.
  3. Summenleistung hochrechnen. Bei größeren Objekten mit vielen Ladepunkten wächst die Anschlussleistung schnell in den Megawattbereich, mit entsprechenden Folgen für die Trafostation.
  4. Zuleitungen dimensionieren. Als Basis gilt oft eine Dauerstrombelastbarkeit von 32 A pro Zuleitung, angepasst an die tatsächliche Leistung.
  5. Lastmanagement prüfen. Dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf die aktiven Ladepunkte, statt jeden Punkt starr zu dimensionieren.

Profi-Tipp: Bei mehr als zehn Ladepunkten lohnt sich fast immer ein Vergleich zwischen Netzausbau und stationärem Batteriespeicher. Der Speicher kostet zwar Geld, aber ein teurer Trafo-Ausbau kostet meist mehr, und der Speicher lässt sich später noch für PV-Eigenverbrauch nutzen.

Details zu Lastmanagement-Strategien haben wir in unserem Praxisleitfaden für Elektroplaner zusammengefasst.

Wie plant man Leerrohre, Messkonzepte und Backend-Anbindung richtig?

Hier passiert der teuerste Fehler in der ganzen Planung: zu wenig Leerrohr. Wer bei einem Neubau spart und nur die Energieleitung vorsieht, zahlt bei der Nachrüstung von Smart-Funktionen doppelt, weil die Wand wieder aufgemacht werden muss.

  • Energie- und Datenleitungen gehören in getrennte Leerrohre, mit ausreichender Zugänglichkeit an jedem Stellplatz.
  • Bei Mehrparteienhäusern empfiehlt sich eine Vorverrohrung für mindestens 20 % der Stellplätze, das ist auch Voraussetzung für einige Förderprogramme.
  • Das Messkonzept muss festlegen, wie einzelne Ladevorgänge erfasst und einem Nutzer zugeordnet werden, das ist die Grundlage jeder Abrechnung.
  • Die Backend-Anbindung entscheidet, ob spätere Abrechnungsdienstleister überhaupt technisch andocken können.
  • Bei PV-Integration braucht der Wechselrichter eine klare Priorisierungslogik: Eigenverbrauch zuerst oder Laden zuerst, das ist eine Betriebsstrategie-Entscheidung, keine rein technische.

Ein separates Datenleerrohr kostet in der Bauphase kaum mehr, spart aber später erhebliche Integrationskosten. Wer PV und Speicher mitdenken will, findet mehr dazu in unserem Leitfaden zur Elektroplanung für PV-Anlagen.

Was kostet die Planung, und wie sieht ein prüffähiges Leistungsverzeichnis aus?

Kostenschätzungen für Ladeinfrastruktur nach DIN 276 laufen meist auf Ebene 2 oder 3, mit Tiefbau, Trafostation, Backend-Systemen und Netzanschlusserweiterung als typischen Kostentreibern. Ein Hamburger Vergabeverfahren für ein Projekt am Jungfernstieg zeigt das Muster gut: Die Leistungsphasen wurden stufenweise beauftragt, mit klaren Raumvorgaben für die Trafostation von Anfang an.

Ein prüffähiges Leistungsverzeichnis für Ladeinfrastruktur braucht:

  • Klare Funktionsbeschreibung je Ladepunkt (Leistung, Anzahl, Steckertyp)
  • Montage- und Verlegevorgaben inklusive Leerrohrdimensionen
  • Prüfprotokolle als vertraglich geschuldete Leistung, nicht als Kann-Option

Die stufenweise Beauftragung nach LPH-Ständen hat einen praktischen Vorteil: Der Bauherr zahlt nur für das, was gerade gebraucht wird, und kann nach LPH 3 noch entscheiden, ob das Projekt in der geplanten Form weitergeht. Details zur Genehmigungs- und Ausführungsplanung stehen auf unserer Seite zu Leistungsphase 4 und 5.

Welche Fehler passieren bei der Bauüberwachung von Ladeinfrastruktur?

Die Inbetriebnahme ist der Moment der Wahrheit. Läuft die Schutzprüfung durch? Stimmen die Messprotokolle mit den Schaltplänen überein? Funktioniert der Backend-Test wirklich, oder bricht die Abrechnung beim ersten echten Ladevorgang zusammen?

  1. Schutzprüfung und Messprotokolle gegen die Ausführungsplanung abgleichen, nicht nur gegen das Datenblatt des Herstellers.
  2. Backend- und Abrechnungstest unter realen Bedingungen durchführen, mit mindestens einem vollständigen Ladevorgang pro Ladepunkttyp.
  3. Dokumentation abschließen, inklusive aller Prüfnachweise, wie es auch VDI 2166 Blatt 2 für Inbetriebnahme und Betrieb vorsieht.

Die häufigsten Fehlerquellen kennt jeder, der lange genug auf Baustellen war: fehlende Vorverrohrung, zu knapp dimensionierte Leitungen, keine frühzeitige Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Eine strukturierte Bauüberwachung mit klaren Prüfkriterien verhindert genau diese Nachträge, weil Probleme auffallen, bevor die Wand geschlossen ist.

Fachliche Einschätzung: Was bei der Ladeinfrastruktur-Planung wirklich zählt

Ein Projekt, das mir noch gut im Kopf ist: Eine WEG wollte zehn Ladepunkte nachrüsten, ohne vorherige Lastgangmessung. Nach der Messung stand fest, der Netzanschluss reichte für sechs. Hätte man vorher nicht gemessen, wäre die Hälfte der Investition Fehlplanung gewesen.

Meine Prioritätenliste ist simpel: Zuerst die Anschlussleistung klären, dann Vorverrohrung entscheiden, alles andere kann noch eine Planungsrunde warten. Fachplanung ist teuer, keine Frage. Aber ein Nachtrag mitten im Rohbau ist immer teurer als eine zusätzliche Planungsstunde vorher.

— Marco Beuchling

IET-Hamburg GmbH: Fachplanung, die Ladeinfrastruktur ohne Nachträge umsetzt

Es gibt eine Alternative zum unkoordinierten Nebeneinander von Architekt, Elektriker und Netzbetreiber, das bei Ladeinfrastruktur-Projekten oft zu Verzögerungen führt. Statt getrennter Zuständigkeiten bekommen Sie eine durchgängige Elektroplanung über alle Leistungsphasen, mit fester Kosten- und Terminzusage von Anfang an.

IET-Hamburg GmbH

Ein typisches Erstpaket beginnt mit einer Kurzanalyse der Bestandssituation oder Neubauplanung, einer ersten Kosteneinschätzung und einem konkreten Vorschlag für die nächsten Schritte, sei es Grundlagenermittlung, Vorplanung oder gleich Genehmigungsplanung. Die Leistungsphasen 6 und 7 zur Vergabemitwirkung und Phase 8 zur Objektüberwachung lassen sich dabei einzeln oder im Paket beauftragen, je nachdem, wie weit das Projekt schon ist.

Wenn Sie ein Ladeinfrastruktur-Projekt in Hamburg planen und wissen wollen, wo Sie stehen: Fordern Sie ein Erstgespräch an und lassen Sie uns über Ihre konkrete Situation sprechen.

Quellen

FAQ

Was gehört zur elektrotechnischen Fachplanung für Ladeinfrastruktur?

Sie umfasst Lastbewertung, Zuleitungs- und Verteilkonzept, Lastmanagement-Strategie, Ausführungsunterlagen und Prüfprotokolle über die HOAI-Leistungsphasen 1 bis 9. Diese Phasen werden durchgängig abgedeckt, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektüberwachung.

Ab welcher Leistung muss ein Ladepunkt beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ladepunkte ab 3,6 kVA müssen dem Netzbetreiber gemeldet werden. Ab einer Summenleistung von 12 kVA ist die ausdrückliche Zustimmung des Netzbetreibers nötig, bevor die Anlage in Betrieb geht.

Wie viel Leerrohr sollte man bei Neubauten für Ladeinfrastruktur vorsehen?

Empfehlenswert sind separate Leerrohre für Energie und Datenkommunikation, dimensioniert für mindestens 32-A-Zuleitungen. Bei Mehrparteienhäusern gilt eine Vorverrohrung für mindestens 20 % der Stellplätze oft als Fördervoraussetzung.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher statt Netzausbau?

Bei vielen Ladepunkten und begrenzter Trafokapazität kann ein stationärer Speicher günstiger sein als eine Netzausbaumaßnahme. Die konkrete Entscheidung hängt von Lastprofil, Standzeiten und den Kosten der Netzerweiterung im jeweiligen Objekt ab.

Was kostet die Fachplanung für Ladeinfrastruktur bei IET-Hamburg GmbH?

Die Preise richten sich nach Umfang und Leistungsphasen des jeweiligen Projekts und sind nicht pauschal veröffentlicht. Aktuelle Konditionen erhalten Sie über eine Anfrage bei IET-Hamburg GmbH.

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