Modellbasierte Ausschreibung: Was Planer wirklich wissen müssen

Modellbasierte Ausschreibung heißt: Leistungsverzeichnispositionen entstehen direkt aus dem Fachmodell, nicht aus manueller Mengenermittlung am Plan. Definiert ist das Verfahren als Anwendungsfall AwF 110, verortet in HOAI-Leistungsphase 6 und 7. Relevante Standards sind IFC und das RTL-Konzept namens BIM2AVA.

 

Kurz gesagt:

  • Bei modellbasierter Ausschreibung entstehen Leistungsverzeichnispositionen direkt aus dem Fachmodell, wobei eine klare Abgrenzung zu der Mengenplanung nach HOAI besteht.
  • Das Verfahren basiert auf einem neun Schritt umfassenden Ablauf, der bereits in den Leistungsphasen 6 und 7 startet und vom Fachmodell bis zur Vergabe reicht.
  • IFC-Standards in unterschiedlichen Versionen und die Verwendung von MVDs sowie parametrisierte Leistungsverzeichnis-Logik sind essenziell für eine zuverlässige Modellübertragung in die Vergabe.
  • Testläufe, Prüfprotokolle und klare Verantwortlichkeiten in der Qualitätssicherung mindern Fehlerquellen und sichern die Verlässlichkeit der modellbasierten LV-Positionen.
  • Rund 70 Prozent Automatisierung sind im Infrastrukturbau mit einem Fokus auf Praxisprojekten realistisch, wobei unklare AIA, fehlende Tests und unvollständige Attribute häufig die größten Risiken darstellen.

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Leistungsphase 6 und 7 ansehen

Wo sitzt die modellbasierte Ausschreibung im Projektablauf?

AwF 110 ist kein Werkzeug, sondern ein festgelegter Anwendungsfall im BIM-Katalog der öffentlichen Hand. Er beschreibt, wie aus einem Fachmodell mengenbezogene Leistungsverzeichnispositionen entstehen, und zwar in einem definierten Ablauf mit neun Schritten: von der Erfassung der Auftraggeber-Informationsanforderungen bis zur Prüfung und Veröffentlichung der Vergabeunterlagen, wie die Anwendungsfallbeschreibung aus Hamburg im Detail aufschlüsselt.

Zeitlich hängt das fest an zwei Leistungsphasen. In LPH 6, der Vorbereitung der Vergabe, werden die Vergabemodelle identifiziert und die Ableitungsregeln für die LV-Positionen definiert. In LPH 7, der Mitwirkung bei der Vergabe, folgt die eigentliche Modell-zu-LV-Ableitung samt Nachbearbeitung der Positionen, die sich nicht direkt aus der Geometrie ergeben (Baustelleneinrichtung, Regiepositionen, bestimmte Nebenleistungen). Wer diese Phasenlogik kennt, weiß auch, wann man mit IET Hamburg über Leistungsphase 6 und 7 sprechen sollte, nämlich deutlich vor dem eigentlichen Ausschreibungstermin.

Wichtig ist die Abgrenzung zu AwF 100, der klassischen modellbasierten Mengenermittlung für Kostenplanung. Klingt ähnlich, ist aber ein anderer Zweck. AwF 100 liefert Mengen für die Kostenschätzung nach HOAI, AwF 110 liefert prüfbare, vergabefähige LV-Positionen. Wer beides vermischt, produziert am Ende Zahlen, die weder für die Kostenkontrolle noch für die Vergabe wirklich taugen.

Typische Deliverables aus AwF 110 in der Praxis:

  • Ein modellbasiertes Leistungsverzeichnis mit nachvollziehbarem Mengenansatz je Position
  • Eine Zuordnungstabelle, welche Bauteile oder Bauteilklassen welchen LV-Positionen entsprechen
  • Ein Prüfprotokoll, das Modellmengen gegen Kontrollrechnungen abgleicht
  • Eine Liste der nicht modellierbaren Positionen mit manueller Nachbearbeitung

Für Elektroplanung heißt das konkret: Kabeltrassen, Verteiler, Leuchten und Schalter tragen im Modell Attribute, aus denen sich Mengen und Typen automatisiert ableiten lassen, wenn die Modellierungstiefe stimmt. Steht sie nicht, bleibt die schönste IFC-Datei nur eine hübsche Grafik.

Welche Standards und Formate braucht modellbasiertes Bauen wirklich?

IFC ist der Datenaustauschstandard, mit dem Modelle software-unabhängig lesbar bleiben. Für die Ausschreibung zählt vor allem, welche IFC-Version im Projekt festgelegt ist, denn IFC2x3, IFC4 und das neuere IFC-4×3 unterscheiden sich in Detailtiefe und unterstützten Objektklassen. IFC-4×3 bringt vor allem für Infrastrukturprojekte bessere Trassierungs- und Achsobjekte mit, was die RTL-basierte Parametrisierung im Infrastrukturbau erst praktikabel macht, wie eine Analyse zu BIM2AVA zeigt.

Reines IFC reicht aber nicht. Ein Modell kann IFC-konform sein und trotzdem in der AKT-Software falsch ankommen, weil Attribute unterschiedlich interpretiert werden. Genau dafür gibt es MVDs (Model View Definitions), die festlegen, welcher Teilausschnitt eines Modells für einen bestimmten Zweck übergeben wird. Coordination View, Reference View, Design Transfer View. Jede MVD filtert andere Informationen heraus, und die Arbeitshilfe Datenaustausch empfiehlt ausdrücklich, projektspezifische Austauschszenarien vorab zu definieren statt sich auf eine Standard-MD zu verlassen.

Beim STLK, dem Standardleistungskatalog, geht es um etwas anderes: eine standardisierte Parametrisierung, mit der Bauteile automatisch bestimmten Leistungspositionen zugeordnet werden können. Das BIM2AVA-Konzept kombiniert STLK mit IFC-4×3 speziell für Bundesfernstraßen, aber die Logik lässt sich auch auf Hochbau übertragen, wenn man sie an die eigene LV-Struktur anpasst.

Wichtige Referenzpunkte im Überblick:

  • IFC (IFC2x3, IFC4, IFC-4×3): Austauschformat, Versionswahl abhängig von Projekttyp und Softwarelandschaft
  • MVD: Filterprofil, das nur die für einen Zweck relevanten Modelldaten übergibt
  • STLK / BIM2AVA: Parametrisierungslogik für automatisierte Zuordnung Modell zu LV-Position
  • VDI 2552 und Folgeblätter: Anforderungen an Mengenermittlung, Prozessintegration, Datenaustausch
  • GAEB: Austauschformat für das Leistungsverzeichnis selbst, Schnittstelle zur AVA-Software

Die VDI-Richtlinien verlangen explizit maschinenlesbare, zweckgerechte Daten und eine saubere Verknüpfung von Termin-, Kosten- und Geometriemodellen. Das ist mehr als eine Formalie: Ohne diese Verknüpfung bleibt jede Mengenableitung eine Momentaufnahme, die beim nächsten Planänderungslauf schon wieder veraltet ist.

Was muss in AIA, LOIN und BAP konkret geregelt sein?

Die Auftraggeber-Informationsanforderungen, kurz AIA, sind das Dokument, das festlegt, welche Daten der Auftraggeber wann in welcher Qualität erwartet. Ohne eine präzise AIA wird jedes Modell zur Interpretationssache, und genau da liegt nach der Hamburger Anwendungsfallbeschreibung der häufigste Grund, warum modellbasierte Ausschreibung in der Praxis scheitert.

Was in eine belastbare AIA gehört:

  1. Zweckbindung je Leistungsphase: Welche Modellinformationen werden in LPH 6/7 konkret für die LV-Ableitung benötigt, getrennt von Kostenplanungs- oder Betriebsanforderungen.
  2. LOIN-Anhang (Level of Information Need): Geometrische Detailtiefe und alphanumerische Attributtiefe je Bauteilkategorie, nicht als vage Formulierung, sondern tabellarisch mit Bauteilklasse, Attribut und Pflichtangabe.
  3. Format- und Versionsvorgaben: Konkrete IFC-Version, geforderte MVD, GAEB-Version für die LV-Übergabe.
  4. Prüfkriterien: Wie wird die Modellqualität vor der LV-Ableitung kontrolliert, wer ist verantwortlich, welche Toleranzen gelten.
  5. Zeitpunkte: Wann genau im Projektablauf welche Modellversion für die Ausschreibung eingefroren wird.

Der BAP, der projektspezifische BIM-Abwicklungsplan, übersetzt die AIA in operative Regeln: Wer modelliert was, mit welcher Software, in welchem Koordinatensystem, mit welchem Freigabeprozess. Er ist quasi das Drehbuch zur AIA-Partitur. Die Arbeitshilfe Vertragsgestaltung empfiehlt, Fachkoordination, Kollisionsprüfung und Issue-Management als eigene BAR-Kapitel zu führen, nicht als Anhang.

Der häufigste Praxisfehler: Die AIA wird als Textabschnitt im Vertrag formuliert, ohne DIN-Tabelle, ohne Prüfkriterien. Dann kann man zwar “modellbasiert ausschreiben” wollen, bekommt aber Modelle, die für die Mengenermittlung schlicht ungeeignet sind, weil niemand vorher definiert hat, welches Attribut zwingend gefüllt sein muss.

Wie kommen Modelldaten in die AVA und was bricht dabei?

Der Weg vom Fachmodell zur AVA-Software läuft über einen definierten Übergabepfad: Geometrie und Attribute werden aus dem Modell exportiert, meist über IFC, teils über native Schnittstellen einzelner AKT-Programme. Übertragen werden drei Datentypen: die reine Geometrie für Mengenmessung, die Attributwerte für Bauteilklassifikation, und der Mengenansatz selbst, wenn er bereits im Modell parametrisiert wurde.

Für größere oder mehrgewerkige Projekte kommen Multimodellkonzepte zum Einsatz: getrennte Fachmodelle (Architektur, TGA, Elektro, Tragwerk), die über einen gemeinsamen Koordinationskontext zusammengeführt werden, bevor die LV-Ableitung startet. Die eigentliche LV-Struktur wandert dann meist als GAEB-Datei weiter, oft in einem sogenannten LV-Container-Format, das mehrere Gewerke-Liz bündelt.

Wo es in der Praxis kracht:

  • Attribute werden in der Ursprungssoftware anders benannt als in der AVA erwartet, die Zuordnung läuft ins Leere
  • Merkmalssätze (Property Sets) werden von unterschiedlicher AVA-Software unterschiedlich ausgelesen, obwohl beide “IFC-konform” sind
  • Mengenansätze aus dem Modell widersprechen der Kontrollmessung, meist wegen doppelt erfasster Bauteile oder falscher Bauteilklassifikation
  • Versionssprünge zwischen Planungsstand und Ausschreibungsstand führen zu veralteten Mengen im LV

Genau das bestätigt auch die Erfahrung aus der Hamburger AwF-110-Beschreibung: IFC-Konformität allein garantiert keine fehlerfreie Übernahme in jede AVA-Software, Softwaretests vor dem Echtlauf sind Pflicht, keine Kür.

Profi-Tipp: Machen Sie einen Testexport mit einem reduzierten Teilmodell, bevor Sie das komplette Fachmodell für die Ausschreibung freigeben. Ein Stockwerk, zwanzig Bauteile, alle relevanten Attribute. Wenn der Testlauf schon hier Lücken zeigt, ersparen Sie sich Wochen Nacharbeit am vollständigen Modell.

Reduziertes BIM-Teilmodell vor dem AVA-Testexport

Welche Prüfschritte sichern die Qualität modellbasierter LV-Positionen?

Ohne systematische Prüfung ist ein modellbasiertes LV nur ein hübsch formatiertes Risiko. Drei Prüfebenen gehören in jedes Projekt.

Geometrieprüfung: Stimmen Mengen aus dem Modell mit einer unabhängigen Kontrollrechnung überein? Hier reicht eine Stichprobe nicht, gerade bei sicherheitsrelevanten Positionen (Brandmeldeanlagen, Sicherheitsbeleuchtung) sollte vollständig kontrolliert werden.

Attributtiefe und DIN-Konformität: Sind alle in der AIA geforderten Attribute tatsächlich gefüllt, und zwar mit den richtigen Werttypen? Ein leeres Pflichtfeld fällt oft erst beim LV-Export auf, viel zu spät.

Software-Kompatibilität: Bevor das finale Modell an die AVA übergeben wird, muss ein Testlauf mit der tatsächlich eingesetzten Software-Kombination stattfinden. Nicht mit irgendeiner IFC-Viewer-Software, sondern mit dem konkreten AKT-Programm, das im Projekt verwendet wird.

Zur Dokumentation gehören:

  • Ein Prüfprotokoll je Modellversion mit Datum, Prüfer, Ergebnis
  • Eine Issue-Liste mit offenen Mängeln, Verantwortlichem und Frist
  • Ein Freigabevermerk, der die Modellversion für die LV-Ableitung explizit autorisiert

Diese Dokumentation ist kein bürokratischer Selbstzweck. Bei Nachträgen ist sie oft der einzige Nachweis, dass eine Mengenabweichung nicht aus schlechter Modellierung, sondern aus einer nachträglichen Planänderung stammt. Fachkoordination und Kollisionsprüfung gehören dabei laut der Arbeitshilfe Vertragsgestaltung zu den Kernaufgaben, die im BAP mit klaren Verantwortlichkeiten belegt sein müssen, nicht nur beiläufig erwähnt.

Wie realistisch ist die Automatisierung und wo drohen Risiken?

70 % Automatisierung ist der Wert, der sich in Pilotprojekten des Infrastrukturbaus als realistischer Durchschnitt zeigt. Der Rest bleibt Handarbeit.

Praxisprojekte im Straßenbau erreichen typischerweise rund 70 % automatisierte Übernahme aus dem Modell. Der Rest erfordert manuelle Eingriffe, etwa bei komplexen Positionsbeschreibungen oder Sonderleistungen, die sich schlicht nicht sauber parametrisieren lassen. Wer volle Automatisierung erwartet, wird enttäuscht, und wer sie verspricht, verkauft etwas, das es noch nicht gibt.

Rechtlich wird es interessant bei der VOB. Digitale Mengenermittlung tangiert die klassische VOB/C-Aufmaßlogik, die auf manueller Kontrollmessung basiert. Diskussionen dazu zeigen, dass einzelne Auslegungsregeln angepasst werden müssen, damit modellbasierte Mengen als vertraglich belastbarer Nachweis akzeptiert werden, wie das Digitalzentrum Bau darstellt. Wer hier ohne klare vertragliche Regelung arbeitet, riskiert im Streitfall, dass die Modellmengen gar nicht als Aufmaß anerkannt werden. Mehr zu den praktischen Grenzen der VOB-Vergabe im Elektrobereich finden Sie im Beitrag zu VOB-Vergabe Elektro.

Die größten Risiken in der Praxis sind selten technisch. Eine unklare AIA, fehlender Testaufwand vor dem Echtlauf, und Modelle, die zwar hübsch aussehen, aber ohne die geforderte Attributtiefe modelliert wurden. Alle drei lassen sich vermeiden, aber nur, wenn man sie von Anfang an mitdenkt, nicht erst kurz vor der Vergabe.

Praxis-Checkliste: So gehen Auftraggeber und Planer vor

Wer modellbasiert ausschreiben will, sollte in drei Phasen denken: Vorbereitung, Ableitung, Nachvergabe.

Vorbereitung:

  1. AIA mit LOIN-Anhang definieren, bauteilscharf, nicht als Fließtext
  2. Interoperabilitätstests mit der tatsächlich geplanten Software-Kombination frühzeitig einplanen, nicht erst kurz vor Abgabe
  3. Pilotbereich auswählen, ein überschaubares Teilmodell, an dem sich die Ableitungslogik erproben lässt

Ableitung:

  1. Regeln zur Parameter-Zuordnung dokumentieren, welches Attribut führt zu welcher LV-Position
  2. Nachbearbeitung modellabhängiger Positionen einplanen (Regiepositionen, Baustelleneinrichtung, Sonderleistungen)
  3. Freigabeprozess mit definiertem Prüfprotokoll vor jeder LV-Ableitung durchlaufen

Nach der Vergabe:

  1. Modellübergabe an den ausführenden Betrieb mit klarer Versionskennzeichnung
  2. Abrechnung anhand der im Modell hinterlegten Mengenlogik, nicht parallel nach zwei Systemen
  3. Änderungsmanagement etablieren, damit Planänderungen sofort im Modell und im LV synchron bleiben

Profi-Tipp: Definieren Sie die Freigabekriterien für die Modellübergabe, bevor die Planung überhaupt beginnt, nicht erst wenn das Modell fertig ist. Ein nachträglich definiertes Prüfkriterium führt fast immer zu Streit darüber, ob ein bereits fertiges Modell “eigentlich” hätte anders modelliert werden müssen.

Wer sich vorab absichern will, welchen Auftragnehmer er für die Umsetzung wählt, findet auch allgemeine Hinweise zur Prüfung von Bauunternehmern hilfreich, bevor der Vertrag unterschrieben wird.

Was IET Hamburg bei modellbasierter Elektro-Planung empfiehlt

Elektroplanung hat eine Eigenheit, die viele allgemeine BIM-Leitfäden unterschlagen: Die Attributtiefe, die für eine belastbare LV-Ableitung nötig ist, liegt bei Elektro oft höher als bei Rohbau oder Ausbau. Ein Kabelkanal ist kein einfaches Volumenobjekt, er trägt Leitungstyp, Belegungsgrad, Brandschutzklasse und Trassenführung als eigene Attribute, und jedes davon kann eine andere LV-Position auslösen.

Bei Verteileranlagen empfehlen wir grundsätzlich die höchste sinnvolle DIN-Stufe für alphanumerische Attribute, selbst wenn die geometrische Detailtiefe niedriger bleiben kann. Eine grob modellierte Box mit vollständigen Leistungsdaten ist für die Ausschreibung wertvoller als ein detailgetreues 3D-Modell ohne belastbare Attribute.

Koordination zwischen Architekt, TGA-Planer und Elektroplanung ist der zweite Knackpunkt. Kollisionsprüfungen zwischen Kabeltrassen und Lüftungskanälen gehören für uns standardmäßig in den Koordinationsrhythmus vor LPH 6, nicht als nachgelagerte Prüfung. Wer das erst in der Vergabephase klärt, verändert Mengen, die längst in der Ausschreibung stecken.

Für LPH 6 und 7 empfehlen wir konkret einen Testlauf mit reduziertem Teilmodell (siehe oben), eine Attributprüfliste je Bauteilklasse und ein Freigabeprotokoll, das vor jeder LV-Ableitung durchlaufen wird. Details zu unserer Herangehensweise bei der BIM-Elektroplanung finden Sie in unserem separaten Leitfaden.

Standpunkt: Pragmatisch einsteigen statt Komplettautomatisierung erzwingen

Planungsbüros, die modellbasierte Ausschreibung einführen wollen, sollten klein anfangen. Ein Pilotprojekt mit einem überschaubaren, prüfbaren Teilbereich bringt mehr als der Versuch, gleich das gesamte Leistungsverzeichnis zu automatisieren. Testläufe und Personalqualifikation sind die eigentliche Investition, nicht die teuerste Software auf dem Markt.

Und ehrlich: Die Qualität der AIA entscheidet mehr über den Erfolg als jedes Tool. Eine präzise Informationsanforderung mit einer Mittelklasse-Software schlägt eine vage AIA mit Premium-Lizenz, jedes Mal. Wer das umdreht und erst die Software kauft, bevor die AIA steht, verschwendet Budget an der falschen Stelle. Erst die Anforderung klären, dann das Werkzeug wählen, nicht umgekehrt.

— Marco Beuchling

Unterstützung bei AIA, Testläufen und Vergabebegleitung

Es gibt Anbieter, die Elektroplanung von der AIA-Definition bis zur LV-Ableitung begleiten, um unerwartete Überraschungen bei Kosten und Terminen in der Vergabephase zu vermeiden.

IET-Hamburg GmbH

Das Leistungsspektrum umfasst die Erstellung und Prüfung von AIA und LOIN-Anhängen, Interoperabilitätstests mit eingesetzter Software-Kombination sowie die Begleitung bei der Ableitung modellbasierter LV-Positionen für Elektroplanung. Der konkrete Nutzen für Sie: weniger Nachträge, weil Attributtiefe und Prüfkriterien von Anfang an feststehen, und verlässlichere LV-Übergaben, weil Testläufe vor dem Echtlauf stattfinden, nicht danach.

Unsere Leistungen zu Leistungsphase 6 und 7, also Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe, sind genau auf diesen Prozess zugeschnitten. Und wenn Sie grundsätzlich über Elektroplanung für Ihr Projekt sprechen möchten, sprechen Sie uns einfach an, wir klären im ersten Gespräch, welche Leistungsphase für Ihr Projekt jetzt relevant ist.

Quellen

FAQ

Wann ist BIM in der Ausschreibung Pflicht?

Eine generelle, bundesweite BIM-Pflicht für private Bauprojekte gibt es nicht. Öffentliche Auftraggeber legen BIM-Anforderungen projektspezifisch in der AIA fest, häufig verbindlich bei größeren Infrastrukturprojekten des Bundes.

Welche Ausschreibungsarten gibt es für Bauleistungen?

Klassisch unterscheidet man öffentliche Ausschreibung, beschränkte Ausschreibung und freihändige Vergabe nach VOB. Die modellbasierte Ausschreibung ist keine eigene Vergabeart, sondern eine Methode zur Erstellung des Leistungsverzeichnisses innerhalb dieser bestehenden Verfahren.

Was ist BIM einfach erklärt?

BIM, Building Information Modeling, bedeutet: Ein Bauwerk wird als digitales Modell mit Geometrie und Bauteilinformationen abgebildet, statt nur als 2D-Plan. Aus diesem Modell lassen sich Mengen, Kosten und, bei AwF 110, direkt Leistungsverzeichnispositionen ableiten.

Was ist BIM-Modellierung konkret?

BIM-Modellierung ist das Erstellen digitaler Bauteilobjekte mit Geometrie und Attributen, etwa Material, Maße oder Brandschutzklasse. Für die modellbasierte Ausschreibung entscheidet die Modellierungstiefe direkt darüber, wie viele Leistungspositionen sich automatisiert erzeugen lassen.

Wie viel lässt sich bei modellbasierter Ausschreibung automatisieren?

Praxisprojekte im Infrastrukturbau erreichen rund 70 % automatisierte Übernahme aus dem Modell. Der Rest, etwa komplexe Sonderpositionen, bleibt manuelle Nachbearbeitung.

Was kostet die Unterstützung durch IET-Hamburg GmbH bei der Vergabe?

Konkrete Preise für die Begleitung bei Leistungsphase 6 und 7 sind nicht pauschal gelistet, da sie vom Projektumfang abhängen. Die aktuellen Konditionen erfahren Sie direkt über die Leistungsseite von IET-Hamburg GmbH.

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